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Die Welt in 50 Jahren. Der polare Winter hat die gesamte Welt in seinem eisigen Griff. Im Gegensatz zu den heutigen Umweltdiskussionen wird die Welt in Danny Boyles Film nämlich nicht wegen zuviel Hitze untergehen, sondern wegen zu wenig. Das Problem: Die Sonne erlischt! Auf der Erde entwarf man daraufhin einen tollkühnen Plan: Die Icarus, ein gigantisches Raumschiff mit internationaler Besatzung, sollte eine riesige Atombombe zur Sonne transportieren und sie quasi per Kickstart reaktivieren. Vor sieben Jahren ist die Icarus gestartet und die Welt hat nie wieder etwas von ihr gehört. Also startete man ein erneutes Icarus Projekt.
Englands Starregisseur Danny Boyle scheint nun endgültig den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Nicht aufgrund von Arroganz, sondern in seinem SciFi Thriller Sunshine. Die Idee dafür kann man durchaus als innovativ bezeichnen, da man ja quasi alle Planeten des Universums filmisch schon besucht hat, aber die gute alte Sonne noch nie eine Hauptrolle spielen durfte. Boyle gelingt dabei eine gesunde Mischung aus atmosphärisch, realitätsnaher Detailtreue in Halbzeit uno, bis hin zum eher actionorientiertem im zweiten Teil inklusive Gruselfaktor. Die wissenschaftlichen gezeigten Fakten scheinen größtenteils plausibel zu sein (kann mich als Laie natürlich auch täuschen) und schaffen auch in Kombination mit den fantastischen stellaren Bildern und den liebevollen Innensets einen modernen Science Fictioner, der bestimmt ne ganze Stange Geld der Produktionsverantwortlichen verschlungen hat. Besonderer Wert wurde dabei auf die psychischen Aspekte der acht (später neun) Protagonisten, über das Leben im beengten Schiff über einen langen Zeitraum von 16 Monaten, als auch eine individuelle Verhaltensstudie, das jede Entscheidung da draußen fatale Auswirkungen haben kann, mit der jeder einzelne mental anders umgeht. Das Finale dafür dreht dann wieder ordentlich an der Temposchraube und erinnert ein wenig an das 10-Kleine-Weltraummännlein Prinzip a la Alien und Konsorten.
Für das Erstlingswerk in diesem Genre gebührt Meister Boyle durchaus Respekt, der Film ist durchgehend interessant sowohl optisch als auch von der Entwicklung der Charaktere her. Von mir aus kann er sich an Alien Teil 5 mal versuchen.
8/10

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