VORAB...
Der deutsche Titel könnte einige in die Irre führen.
Der Film ist kein spannungsgeladener Thriller und schon gar kein hochexplosiver Actionfilm, in dem es um Gewalt oder ähnliches geht. Es handelt sich hierbei um ein exzellentes ruhiges wunderschön erzähltes Drama, das jedoch nicht schwer im Magen liegt und keineswegs hochkomplex und pseudointellektuell daherkommt.
Wer sich ohne Vorurteile auf den Film einlässt, der könnte verzaubert werden.
Was uns Regisseur und Drehbuchautor Scott Frank hier mit seinem Erstling präsentiert ist geniale Filmkunst. Das Ergebnis seiner Arbeit ist das was fast alle Filmemacher versuchen aber kaum einer schafft, nämlich ein perfekter Film, an dem alles, aber auch wirklich alles stimmt.
Ich kann bei A beginnen und bei Z enden und nicht einen negativen Punkt finden.
Dieser Film ist ein grandioses Kunstwerk, das ich auch kaum beschreiben kann, obwohl ich den Inhalt oben kurz wiederzugeben versucht habe. Aber er wird dem Film nicht gerecht, den Mann und Frau muss den Film sehen und sich am eigenen Leib visuell verzaubern lassen.
Regie, Drehbuch, Kamera, Musik, Schnitt, Schauspieler…alles eine geniale Einheit, die den Film zu einem sondergleichen Erlebnis machen.
Der großartige Jeff Daniels spielt seine Rolle als Blinder aber lebensbejahender Lewis unglaublich überzeugend, und ich muss zugeben ich habe ihn nicht gleich erkannt.
Joseph Gordon-Levitt kannte ich vorher nur aus einzelnen Teenierollen, wie z.B. „Aus der Mitte entspringt ein Fluß“, „Halloween H20 – 20 Jahre später“, „10 Dinge, die ich an Dir hasse“ oder der Fernsehserie „Hinterm Mond gleich links“. Mit dieser Rolle des Chris Pratt hat er sich meiner Meinung nach zum wohl Charismatischsten und ausdrucksstärksten Jungschauspieler seiner Generation und einiger anderer Generationen hochgemausert. Ein Charakterkopf von dem man wohl noch hoffentlich sehr viel sehen wird.
Aber auch alle anderen Schauspieler im Film passen wie die Faust aufs Auge in ihre jeweiligen Rollen und spielen alle bravourös und überzeugend, also an dieser Stelle natürlich ein supergroßes Lob an Marcia S. Ross, verantwortlich fürs Casting.
Ich kann Euch nur empfehlen sich den Film anzugucken und sich ganz einfach selbst verzaubern zu lassen. Ich kann vieles schreiben und erzählen über den Film, aber das Gefühl, dass der Film erzeugt, kannst Du nur selbst spüren.
Solltest Du nichts spüren, dann schau ihn Dir noch mal ohne Alkohol und Drogen an, und solltest Du dann immer noch nichts spüren, bist Du wahrscheinlich schon tot.