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Ein Schicksal vergangener Tage scheint sich zu wiederholen und bedroht das Leben einer eingeschlossenen Gruppe in einem leerstehenden Hospital.
Daraus eine etwas unbeholfene Storyline zu basteln ist eine Sache, sie aber in fast durchweg schwammiges Blaugrau zu verpacken die andere. Jedenfalls, Zuschauer mit empfindlichen Augen sollten diesen Film meiden wie die Pest.

Jene ist es auch, die Archäologin Anna (Gina Philips) in das seit Jahren verriegelte Hospital Ludgate treibt. Sie hofft bei Ausgrabungen Beweise zu finden, die die einstige Existenz der schwarzen Priester beweisen, die seinerzeit als Pest-Helfer fungierten und ein düsteres Geheimnis bewahrten.
Doch just zu dieser Zeit haben vier Teens in Feierlaune einen Autounfall und verschanzen sich ebenfalls im Gebäude, in dem es bald darauf zu merkwürdigen Erscheinungen kommt.

Der schwarze Tod muss also einmal mehr für leicht unterentwickelten Horror herhalten, dessen Einstieg zumindest recht temporeich verläuft. In Parallelmontage werden Anna und Teens eingeführt, die Heldin wirkt zumindest aufgrund beruflichen Engagements nicht unsympathisch und versucht die ihr verbleibende Zeit zu nutzen, bis das Gebäude abgerissen wird. Nur mit den Feiernden, die mit Joints und Handkamera ausgestattet sogar eine Schwangere in ihrer wüsten Gesellschaft dulden, wird man rein gar nicht warm.
Nach dem Crash mit einer nicht näher erkennbaren Gestalt fliehen sie, aus Angst vor den Cops, ins Gebäude und kurz darauf ist düsteres Gegrummel wahrnehmbar.

Es dauert nicht lange, bis Anna und Teens im düsteren Gebäude aufeinander treffen, doch bis dahin ist bereits der erste mit den Pest-Bakterien infiziert. Ohnehin durch den Crash verletzt, scheint er zunächst an der Todesschwelle zu liegen, doch kurz darauf wirkt er wie ein rünstiger Zombie und hat es auf die übrigen abgesehen.
So kommt denn langsam Panik auf, die Ausgänge scheinen allesamt verriegelt und während bereits die ersten dunklen Gestalten mit Vogelmaske auftauchen, greift die geistige Besessenheit weiter um sich.

Vom Pacing her ist das gut verträglich, nur die eindimensionale Kulisse schwächt das Interesse am Geschehen im Verlauf reichlich ab, zumal die Blaufilter pausenlos zum Einsatz kommen und neben schwer erkennbaren Schnittkollagen einfach unangenehm zu verfolgen sind. Performt wird solide, sogar macht eine Figur eine Charakterentwicklung durch, aber dem Betrachter wird ausgleichend zur plürrigen Suppe eben kaum ein Showwert geliefert.
Hier und da mal eine Gestalt durchs Bild huschend, vielleicht noch ein Entkommen aus einer Wanne mit Gewürm, doch mehr als ein halbwegs brauchbar choreographierter Zweikampf bleibt am Ende kaum hängen.

Dabei hat sich das Drehbuch schon mit dem einen oder anderen Twist befasst, doch so richtig für einen entscheiden konnte man sich bis zum Schluss nicht.
So vermögen die letzten Minuten durchaus überraschen, doch schlüssig sind sie in Bezug auf Vorangegangenes kaum (Baby im Arm).
Irgendwo zwischen Pest, antiker Puppe, Uhrenstillstand um 23:59 und unentrinnbarem Schicksal stecken gute Ansätze dahinter, doch im Gesamtbild fehlt der schlüssige rote Faden, der alle Aspekte sinnvoll miteinander verknüpfen kann.

Ein entsprechend unausgegorenes Bild hinterlässt „Sick House“ schließlich auch. Nichts scheint konsequent durchdacht, und wenn es sich nur um eine eigentlich erfahrene Archäologin handelt, die mit dem Wissen von gesundheitsgefährdenden Arbeiten dennoch ohne Schutzmaske und Handschuhe vorgeht.
Dazu der visuelle Aspekt, der eher bewirkt, dass man seinen Augen zwischendurch eine Ruhephase gönnt und gar nicht mehr konstant hinsieht und am Ende der Mangel an Originalität, Spannung und Atmosphäre.
Eingeschlossene Teens, - man kennt es und man kennt es vor allem besser.
3,5 von 10

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