Review

Der Weg zu einem passablen Gruselthriller scheint denkbar einfach: Man nehme eine junge Frau die in ihrer Vergangenheit herumkramt, dubiose Gestalten, die mit Ablehnung reagieren und lässt das ganze in einem alten Landhaus spielen, in dem es von geheimen Gängen und kleinen Nischen etliche zum Verlaufen gibt.
Das ergibt im Endeffekt passable Dutzendware, die weder langweilt, noch sonderlich begeistern kann.

Die Ausgangsposition lässt das Trauma der Hauptfigur jedoch nachvollziehbar erscheinen:
Christy (Nora Zehetner) lenkte als Vierzehnjährige das Fahrzeug, in dem sie und ihre ältere Schwester Vanessa verunglückten. Während Christy nur leichte Verletzungen davontrug, erlitt Vanessa schwerste Verbrennungen am ganzen Körper und starb ein halbes Jahr später an den Folgen.
Als junge Frau kehrt Christy im Zuge einer Beerdigung an den Ort ihrer Jugend zurück, jedoch immer noch unter dem Einfluss von Psychopharmaka und Zeichnungen, die sie nach ihren Visionen und Alpträumen anfertigt.
Sie beginnt erneut, sich mit dem Tod ihrer Schwester auseinanderzusetzen und kommt dabei einem dunklen Geheimnis auf die Spur.

So abwechslungsreich wie der gelungene Score und die variablen Soundkollagen gestaltet sich das Geschehen um Christy und ihrer reservierten Familie nicht. Eine Großmutter will sie möglichst schnell aus dem Haus haben, Vanessas Mann schweigt beharrlich und flüchtet sich in Ausreden, nur Christys kleine Cousine Amy berichtet ihr von der Erscheinung eines dunklen Wesens, dass einerseits den Hausverwalter getötet haben soll und andererseits regelmäßig in ihrem Kinderzimmer erscheint, was Aufnahmen ihrer Digitalkamera zu beweisen scheinen.

Zudem werden einige Geheimgänge im Haus entdeckt, Christys Zeichnungen werden Realität, wie eine Waldhütte, eine Kiste, Amy, wie sie mit einem Messer auf Christy losgeht und eine verschollene Person, die bedrohlich erscheint.
Dabei stiften einige Momente ein wenig Verwirrung, da es teilweise etwas schwer fällt, zwischen Einbildung und Realität zu unterscheiden.

Aufgrund der fast durchweg ruhigen Erzählweise flacht das Interesse ab Hälfte der Laufzeit jedoch ein wenig ab, viele Szenen wiederholen sich, während Nachforschungen bei damaligen Ärzten kaum spannend umgesetzt wurden.
Erst gegen Ende kommt ein wenig Tempo auf, mit Verfolgung durch verschiedene Räume und Kellergänge und einer im Kern recht hanebüchenen Auflösung, die zwar die meisten Fragen beantwortet, jedoch auch einige auffällige Logikbrüche hinterlässt.

Im Endeffekt ergibt sich daraus ein solider Thriller mit kleinen Gruseleinlagen, vereinzelten Jump Scares, ein paar atmosphärischen Momenten innerhalb des verwinkelten Hauses und brauchbaren Darstellerleistungen, - Nora Zehetner macht dabei eine passable Figur und kann das auf sie fokussierte Geschehen ganz ordentlich tragen.
Passabel für zwischendurch, aber nichts, was dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.
5 von 10

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