Review

Der Boden des kostensparenden Horrorfilms mit jugendlicher Sparbesetzung ist mit dermaßen vielen miesen Outputs beackert, daß das Publikum dankbar ist, wenn so ein kleiner Film relativ dezent und überschaubar daherkommt, ohne jetzt mit extra viel Blut oder dümmlichen Wendungen kreativer Natur zu "glänzen".
Darum hat "Beneath" vermutlich auch viele gute Kritiken bekommen - und man darf ruhig zugeben, daß der Film für ein weniger horroraffines Publikum (gern auch eher typisch weiblich) eine horrible Kompaktdröhnung ergibt. Wer seine Gruselspannung etwas reifer mag, der wird schon relativ schnell die Schwächen des Films ausmachen und nach dem Plot-Twist schielen, aber letztendlich gibt es nicht ganz so viel, was an "Beneath" wirklich verärgern könnte.

Schweigen sollte man natürlich lieber über den deutschen Untertitel, der schon mehr verrät, als man generell wissen sollte, aber ausreichend Plotelemente zusammengepackt hat man immerhin, um einen gruseligen Mysteryfilm zu komponieren.
Ausgangspunkt ist ein schrecklicher Autounfall, bei dem die minderjährige Christy hinter dem Steuer saß und ihre ältere Schwester Vanessa knusprig braun gebraten wurde. Überlebt hat sie den Unfall allerdings noch eine Weile, allerdings ging es ihr, sagen wir mal, "nicht wirklich gut" und besser ausgesehen hat sie auch schon. Später starb sie dann an den Spätfolgen und Christy landete in der Klappse und macht auch jetzt Bleistiftskizzen, für die das Storyboardteam von Shyamalan hohe Preise zahlen würde. Außerdem glaubt sie immer noch, daß ihre Schwester lebendig begraben wurde.
Nach einem weiteren Todesfall reist die junge Frau als ins Heimatstädtchen zurück, wo ihr Schwager das ehemalige Haus hütet, samt der kindlichen Nichte und einer französisch parlierenden Großmama aus dem Psychosenkabinett. Es ist also kein Wunder, wenn der labilen Christy, die von Flashbacks und Visionen geplagt wird, bald die Gäule durchgehen und sie verstörende Wachträume hat, die später dann von tatsächlichen Toten gefolgt werden.

Nein, orginell ist das nicht wirklich, zumindest ab dem Zeitpunkt, als das kellergeschossige Pflegezimmer (aka typisches Horrorverließ in grauen Farben) zum Gesprächsstoff wird und überall hinter den Wänden Freiräume und Gänge ins Spiel kommen. Das Kindlein unkt von bösen Wesen, der Schwager macht sich hinreichend verdächtig und eine Krankenschwester aus damaligen Zeiten ist verschwunden.
Nichts Neues also, wenn man seine sieben Sinne beisammen hat und zwei und drei zusammen zählen kann, aber bis dahin wird der Zielgruppenteenager noch mit vielen, vielen verstörenden Sequenzen bombardiert, in der sich die scheinbare Realität aus dem Stand heraus plötzlich um gruselige 180 Grad dreht und man selbst grübeln muß, ob jetzt Vision oder Tatsache angesagt sind. Bis zu einem gewissen Punkt geschickt gemacht, Visionen nicht mit Weichzeichner oder Lichtwechsel anzukündigen und eine Weile funktioniert das auch ganz gut, wenn man die Parade der Verdächtigen durchtentert und jeder mal mit rotem Hering durch die Kulissen laufen darf.

Irgendwann ermüdet dieses Konzept allerdings, weil das entscheidende Moment, nämlich Schwesterherzens Sarg einfach mal zur finalen Überprüfung zu öffnen, zwar nach fünf Minuten angekündigt, aber erst nach 80 Minuten durchgeführt wird. Das hätte jetzt zwar keinen enorm doofen Film erspart, aber die Dinge etwas schneller in Bewegung gesetzt, der Showdown sollte aber einigermaßen zufriedenstellen, auch wenn abgeklärten Freaks da nichts Tolles mehr präsentiert wird, was man nicht schon in 248 anderen B-Produktionen mit Geheimgängen und "dunklen Wesen" zur Genüge eingepfiffen hat.
Am Start sind hauptsächlich Seriendarsteller, die sich gegen die Drehbuchwendungen selten ausreichend wehren können, aber solide gemacht ist das schon und Nora Zehentner ist niedlich genug, um als Normzuschauer mitzufiebern, nur von Serienveteran Don Davis hätte man gern mehr gesehen als eine Zwei-Minuten-Szene.

Alles in allem aber eine solide (und erfreulich blutfreie) Take-Away-Produktion für das gemütliche Abendessen und den wohligen Grusel zum Prosecco, aber für einen Geheimtip hätte man dann doch noch ein bißchen innovativer mit dem Plot sein müssen. (5/10)

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