Review

kurz angerissen*

Es müssen schon ein paar Unwahrscheinlichkeiten und Zufälle zusammengefügt werden, damit Susanne Bier ihr emotional sehr komplex aufgestelltes Drama über die Figuren spannen kann, die verwandtschaftlich oder geschäftlich ihre Wege zwischen Indien und Dänemark kreuzen. Hat man den Plot mit all seinen Wendungen jedoch einmal geschluckt, verbirgt sich dahinter große Schauspielführung in außerordentlich intensiven Begegnungen. Das Familienkonstrukt wird von der Regisseurin nach dem bedeutsamen Pfeiler der Hochzeit auf die Probe gestellt, immer wieder stellt sie ihre Figuren vor komplizierte Situationen, die kaum anders als emotional gelöst werden können. Hauptdarsteller Mads Mikkelsen kämpft dabei zunächst mit ungeliebten gesellschaftlichen Pflichten, bis sich das Bild auf Individuenschicksale reduziert. Ohnehin wird Mikkelsens Charakter immer wieder vor die vermeintliche Wahl zwischen Familie und sozialem Engagement gestellt – eine Illusion, die Bier geschickt mit Stolpersteinen auslegt, um am Ende die These aufzuwerfen, dass im Grunde alles sehr einfach ist. Ein womöglich etwas konstruierter Film, der nichtsdestotrotz bewegt.

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