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Während den Menschen in der ehemaligen DDR sowjetische Märchenfilme mit moralinsaurer Botschaft quasi eingebläut wurden, gingen diese im Westen größtenteils unter oder wurden erst gar nicht ausgestrahlt. Allzu sozialistisch fällt die Botschaft vorliegenden Streifens jedoch nicht aus, denn Tatsache ist: Zeit ist kostbar und wer dauerhaft trödelt verpasst zuviel.

Der Drittklässler Petja trödelt stets herum und kommt meistens zu spät zur Schule. Derweil schmieden vier ältere Zauberer im Zauberwald einen finsteren Plan: Sie gehen zu den Menschen, sammeln Säcke voller Trödelsand und backen daraus einen Verjüngungskuchen.
Daraufhin verwandeln sich die Zauberer in Kinder, Petja mutiert indes zum Opa, welcher jedoch mit dem Gemüt des Drittklässlers durch die Welt tänzelt...

Es ist keine typische Märchenverfilmung, da der Großteil der Handlung in der realen Welt ohne viel Schnickschnack stattfindet. Vielmehr wähnt man sich in einer beschwingten Komödie, welche viel Slapstick und ein paar harmlose Kalauer beinhaltet, was jedoch nicht minder unterhaltsam ausfällt.

Die Tatsache, dass Petja als Senior mit weißem Bart durch den Flur seiner Schule schliddert und beim Einspringen am Verkaufsstand erst seine kürzlich erlernten Matheaufgaben bemühen muss, macht durchaus Laune und auch andere infantile Albernheiten unterhalten aufgrund des flotten Erzähltempos solide.

Optisch gibt sich die Angelegenheit teils recht einfallsreich, etwa zu Beginn, als sich Petja mit einem Roller durch Afrika brausen sieht, was mit einer Mischung aus Zeichentrick und Greenscreen umgesetzt wurde. Die Kamera arbeitet durchweg ordentlich und die liebevolle musikalische Untermalung sorgt für eine latent aufgelockerte Stimmung. Erwähnenswert ist allerdings noch ein fantastisch dressierter Hund, der ein paar sehenswerte Kunststücke einbringt, jedoch hilft der Schnitt an einigen Stellen ein wenig nach.

Darstellerisch wird natürlich Overacting geboten und auch die Kinder performen teils etwas unbeholfen, doch kurzweilig ist die Grundidee allemal umgesetzt, obgleich der komödiantische Anteil für heutige Sehverhältnisse verdammt altbacken daherkommt.
Eingefleischte Märchenfreunde könnten von daher ein wenig enttäuscht werden, da der Stoff bis auf den schlicht gestalteten Zauberwald keine fantastischen Elemente präsentiert, wobei die Verwandlungseffekte recht drollig umgesetzt sind.
Eine Sichtung des sympathischen Streifens ist im Endeffekt also keine verlorene Zeit.
6,5 von 10

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