Die geballte Ladung an Referenzen in einem Horrorfilm unterzubringen ist zwar nicht neu, kann den Genre-Freund aber immer wieder erheitern, weil es unter Umständen viel zu entdecken gibt.
Hier werden nicht nur Namen von Autoren und Regisseuren, wie King, Mary Shelley, Argento und Carpenter gehuldigt, sondern ganze Mordszenen rezitiert, - vom Kettensägenmassaker über „Freitag der 13.“ finden sich einige blutige Anlehnungen, selbst „Saw“ findet bereits Erwähnung.
Der Rest, das darf man innerhalb der zahlreichen Zitate nicht vergessen, bildet nicht mehr als einen passabel inszenierten Slasher.
Im Mittelpunkt stehen ein paar Studenten, die sich mit einem Filmprojekt auf einer Insel einen Bonus verschaffen wollen. Dumm nur, dass das hier ansässige Gastgeberpaar ein filmverrücktes Duo ist und für Snuff Material der eigenen Filmprojekte sprichwörtlich über Leichen geht…
Das Ratespiel um den oder die Killer fällt in der Tat von Beginn an raus, zu offensichtlich gebärden sich die beiden freundlichen jungen Menschen im Haus, während eine uralte Handkamera bereits Aufzeichnungen vornimmt.
Also kümmert man sich zunächst um die Figureneinführung und da passen sämtliche Typen in den Klischee-Topf: Die tollpatschige Heldin mit Brille und Zöpfen, deren Engagement stets belächelt wird, ihr Love Interest in Form eines unscheinbaren Schönlings, dann der angehende Football-Star, der nie seine Pille aus der Hand gibt, die vollbusige Latina, die zickige Blondine, der Quoten-Farbige und der schwule Asiat.
Ihre Tätigkeiten weichen zu keiner Zeit von den bekannten Mustern ab, da wird gesoffen, Joints geraucht, zwei ziehen sich zum Flutschen zurück, einer geht pinkeln…, und der angeberische Sportler geht eine waghalsige Wette ein.
Gespickt wird das flockige Treiben mit Einbringung schier endloser Filmzitate, ständig diskutiert man über Horrorfilme, bringt Vergleiche oder zitiert 1:1, wobei stets deutlich wird, dass der Streifen sich selbst nicht ganz ernst nimmt „Der Farbige ist doch immer der erste…“.
Für einige Zeit ist das ansatzweise amüsant, jedoch muss man auf halbwegs spannende Szenen recht lange warten.
Denn nachdem Kane Hodder bereits innerhalb der ersten Minuten enthauptet wird, dauert es eine ganze Weile, bis das Killerduo wieder zuschlägt und dabei nur gelegentlich mit den potentiellen Opfern spielt, wie mit Vorbeihuschen in einem Clownskostüm.
Die Kulissen geben unterdes nicht allzu viel Atmosphärisches her, lediglich die Inneneinrichtung des Hauses stellt eine weitere Fundgrube für Zitatensammler dar. Der Folterkeller mit kurzen Blicken auf verstümmelte Opfer weist jedoch in die entsprechende Richtung, im letzten Drittel häufen sich die Kills, da gibt es einen Fischerhaken im Auge, einen Biss in den Hals und ein Großkalibergewehr lässt nichts von einem Schädel übrig.
Die Gewaltdarstellung fällt zwar nicht allzu graphisch und ausgeschmückt aus, kann sich in Sachen Qualität aber gut sehen lassen.
So bekommt man als Genre-Freund schließlich das Übliche geliefert: Eine Rest-Truppe sucht nach verschwundenen Leuten, ein Wartender vertreibt sich die Zeit mit einer humorigen Gebärdung zu „Fame“, ein Plot Twist bringt immerhin noch eine kleine Wendung, am Rande mischen ein Cop und ein selbsternannter Highlander mit und der Showdown am Felsenstrand bringt ein witziges Spiel um Totgeglaubte mit sarkastischen letzten Worten.
Was nicht zuletzt ein Verdienst des Einsatzes bekannter Gesichter ist: Burt Young darf mal wieder den Miesepeter geben, William Forsythe ist kaum zu erkennen und Sean Kanan erhält als Bösewicht eine treffende Referenz zu seiner fiesen Rolle in „Karate Kid 3“.
Schematisch also ein ganz gewöhnlicher Slasher, der keine Hochspannung liefert, aber solide unterhält. Die große Ansammlung an Filmzitaten bereichert das Geschehen jedoch nicht dauerhaft, einige Sex – und Fäkal-Witze erinnern eher an schwache Momente aus „Scary Movie“, während andere Anspielungen zu aufgesetzt wirken und ohne Wirkung verpuffen.
Dafür lässt sich an der Inszenierung wenig bemängeln, die Darsteller agieren brauchbar und ein Gespür für Timing ist vor allem während der Konfrontationsszenen nicht von der Hand zu weisen.
Für Genre-Puristen auf jeden Fall einen Blick wert, ein zweiter lohnt sich allerdings kaum.
6 von 10