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Einleitungssequenz: Ferkel im Einmachglas ...

 
... he, und das war's ja eigentlich schon mit dem Positiven, von dem ich zu berichten habe ... mehr hat HACK!, Regiedebüt von Matt Flynn (seines Zeichens Bandmitglied bei Maroon 5), nicht wirklich zu bieten.
 
Dass viele Slasherfilme dumm wie ein Sack Stroh daherkommen, beweist uns dieser wankelmütige Streifen Amiland einmal mehr. Die Gören benehmen sich wie das letzte Drogenpack und auch die männliche Fraktion, vorwiegend flatulationsbelastet, zeigt rebellisches Fehlverhalten eines Grundschülers sowie massig abgehackter Dialogschaften auf. Bei diesem Film ist Hirnausschalten unbedingt angesagt! Doch irgendwie kann man ihn vor lauter Echauffierung über dessen  perverse Armut nicht an sich vorbeiziehen lassen. Es regt bei dermaßen viel debiler Wortanreihungen und idiotischen Handlungselementen einfach nur auf. Die Story hat das übliche zu bieten: Eine Gruppe Heranwachsender, die einen Inselausflug zugunsten ihres Biologiestudiums unternimmt, ein Gastgeberpärchen, das irgendwie merkwürdig erscheint und zu dem ganzen Haufen nicht passen will, aber auch ein Verrückter, der auf der Insel sein Unwesen treibt und Spaß daran hat, seine Gewalttaten, vorrangig aus bekannten Horrorfilmen nachgespielt, auf Zelluloid zu bannen ... Karibik-Horror lässt grüßen!
 
Ansonsten plündert der Film das komplette Mainstream-Horror-Genre und greift sehr tief in den Korb der Zitate. Hier fallen Namen wie Argento, Carpenter und Mary Shelley, aber vor allem sind hier Horrorfilm-Klassiker, neue sowie ältere, brisantes Gesprächsthema. So finden z.B. Hitchcocks DIE VÖGEL, FREITAG DER 13. aber aber auch modernere Filme wie JACK FROST, SAW oder THE DEVIL'S REJECTS Nennung und verlieren sich in beinahe redundanter Bedeutung. Fernerhin rekonstruiert man sogar Szenen aus keinen geringeren Filmen wie THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE, RING oder zieht einfach nur blöd verkleidet als Clown oder Samurai durch den Forst. Ob das als Hommage durchgeht, bleibt in meinen Augen fraglich. Brauchbare Slasherware? Nee, denn mit Importanz hat dieser Beitrag nichts mehr zu tun, wenn vieles ausgelutscht, misstönend und in tektonisch-fehlgesetzter Bauweise dahertorkeln muss - Unter Zwang von irgeneinem Idioten, der dachte, dass er einen Kuchen backen kann.
 
 "Dagegen ist FREITAG DER 13. ein Kindergeburtstag!" - Die Inhaltsangabe der dt. DVD verspricht viel ... Sehr enttäuschend festzustellen, dass dies nicht der Fall ist. Erst fand ich das aufkommende Filmgefühl, welches an den ersten Teil von DÜSTERE LEGENDEN erinnerte, positiv dahergetragen, bis ich nach dem schwächlichen Finale diagnostizieren musste, dass HACK! nur eine triviale Aneinanderreihung von modernen Fatuitäten ist. Ich fand die ständige Diskussion über irgendwelche Horrorfilme äußert einschläfernd. Mit offener Halbernstigkeit krabbelt dieser elende Film durch verschiedene Etappen der Postexistenz und ist stenohaliner als Fische im Wasser. Vom graphischen Aspekt muss ich sagen, dass auch nicht wirklich die Luzi abgeht - Kopf ab, Auge weg und repetitiver Kopfschuss ... Schade, dass sich die meisten Abmeuchelungen im Off zutragen.
 
Ich habe schon viele Slasher erlebt - Aber dieser HACK! gehört mit Nichten zu den Guten des Metiers. Wenn ich unterhaltsame Debilität will, schaue ich mir lieber einen Troma-Film an!
 
So, und nun: "Zick Zack - Rübe ab!"

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