Da es mit den 08/15 Slashern mittlerweile ziemlich eintönig wird, muss man das Ganze schon ein wenig ausschmücken oder gut verpacken. Warum also nicht zahlreiche Horrorfilme zitieren und einigen Charakteren Namen von berühmten Persönlichkeiten verpassen? Ob Argento, Stoker, Mary Shelley, Freddy oder Bates, Regisseur und Drehbuchautor Matt Flynn handhabt es ähnlich wie in "Night of the Creeps". Als Horrorfan fühlt man sich auch schnell wohl, wobei hier wirklich zahlreiche Referenzstücke Erwähnung finden, selbst der im Verhältnis neue "Saw" wird nicht vergessen. Das Ganze ist zwar löblich, aber "Hack!" kann damit seine simple Struktur nicht verschleiern, denn er ist und bleibt ein typischer Slasher, eben nur besonders schön verpackt.
Die Studenten Emily (Danica McKellar), Johnny (Jay Kenneth Johnson), Ricky (Justin Chon), Q (Won-G), Tim (Travis Schuldt), Maddy (Adrienne Frantz) und Sylvia (Gabrille Richens) machen eine Art Fortbildung auf einer abgelegenen Insel, um dort die Natur zu studieren. Beim filmverrückten Pärchen Mary Shelley (Juliet Landau) und Vincent King (Sean Kanan) werden sie freundlich aufgenommen, nichtsahnend was die beiden Freaks im Schilde führen. Abgeschnitten von der Außenwelt dauert es nicht lange bis der erste Student spurlos verschwunden ist. Die jungen Leute machen sich auf die Suche, kommen aber erst viel zu spät hinter das schreckliche Geheimnis, welches Mary Shelley und Vincent beherbergen.
Gleich im Auftakt wird der eigentliche Stuntman Kane Hodder einen Kopf kürzer gemacht. Gefilmt wird dieser Mord mit einer alten Kamera und der Genrekenner kann sich schon ausmalen, was die klischeeträchtigen jungen Leute auf der abgelegenen Insel erwartet. Die kommen dann wieder aus der üblichen Schublade, der Schwarze ist genauso zugegen wie die großschnäuzige Blondine, oder der auf Anhieb sympathische Junge, welcher sich in die zurückhaltende Emily verknallt. Damit es nicht allzu langweilig wird gibt es noch den potentiellen Football-Star, eine vollbusige Austauschstudentin und einen schwulen Asiaten. Alle die perfekten Opfer für die Schlachtbank und dabei schön oberflächlich und in der Pubertät stecken geblieben. Alkohol, Gras rauchen, doofe Wetten und natürlich Sex füllen die lange Einleitung aus, bevor "Hack!" zur Tat schreiten darf. Immerhin wird zwischendurch noch der kauzige Bates (Burt Young) auf seinem Boot abgemurkst. Doch gerade dieser Mord macht ja die Polizei auf die seltsamen Geschehnisse auf der Insel aufmerksam. Zwischendurch sieht man immer mal wieder den Waldschrat Willy (William Forsythe) auf der Insel herumhuschen, doch seine eigentliche Funktion und Absichten werden uns vorenthalten. Flynn versucht derweil die offensichtlichen Killer so lange wie möglich unter Verschluss zu halten.
Mit der kleinen Insel und der idyllisch gelegenen Holzhütte hätte man den idealen Ort für solch eine Art Film, doch das Anziehen der Spannungsschraube hat Flynn noch nicht raus und den Rest erledigt die durchgehende Vorhersehbarkeit. Erst im Finale darf die Story einen Haken schlagen, wobei der Tod von Mary Shelley wirklich Fragen aufwirft. Doch trotz einiger Ungereimtheiten macht "Hack!" auch dank seiner vielen Hinweise auf bekannte Horrorfilme richtig Laune. In diversen Szenen geht es auch blutig zur Sache und jeder Mord verläuft anders. Hier werden nämlich diverse Mordszenen aus berühmten Genrevertretern nachgespielt, dies fordert von unserem Killerpärchen nicht nur den stetigen Wechsel der Mordinstrumente, sondern auch der Verkleidung. So werden die jungen Leute mit einem Hammer, einer Axt, dem Messer und sogar einer Kettensäge blutig dezimiert. Selbst ein hauseigenes Piranhabecken haben die verrückten Kings zu bieten. Die Teenies präsentieren sich derweil in ihrer ganzen Pracht und trennen sich wieder auf der Suche nach ihren vermissten Freunden, damit sich schön nacheinander abgepflückt werden können. Die Leistungen der Jungschauspieler sind durchweg auf Slasherniveau, während Juliet Landau (The Toolbox Murders, Fatal Reunion) und Sean Kanan (Chaos Factor, Karate Kid III) eine schön überzogene Show liefern. Burt Young, Tony Burton und William Forsythe punkten in kleinen Randrollen.
Im Endeffekt nur ein gängiger Slasher, doch die vielen Verweise und Zitate auf ältere Horrorfilme lassen das Herz des Filmfans höher schlagen, auch einige Darsteller liefern überdurchschnittliche Leistungen. In der zweiten Filmhälfte geht es dann auch zur Sache, inklusive einiger blutiger Einfälle, wobei die Spannung leider nie die Oberhand gewinnt. Aus der Kulisse hätte man mehr Atmosphäre herauskitzeln können, der Rest ist leider nur eine triviale Hatz auf doofe Studenten.