Vom Staatsdienst in die Geisterbahn!
Wer jetzt von dem Monogram-Neustart der Charlie-Chan-Reihe ernüchtert war, wegen der kargen Optik und dem recht reizlosen Aufbau, konnte meinen, dass es ja von nun an eigentlich nur besser werden konnte.
Leider ist dem nicht so, denn zumindest für meinen Geschmack ist „The Chinese Cat“ der vorläufige Tiefpunkt der Serie.
Das bedeutet jetzt nicht, dass er abgrundtief schlecht wäre, aber insgesamt fällt dieser Fall äußerst langweilig aus. Der Ausgangspunkt eines nicht zu klärenden Mordes ist ja noch ein brauchbarer Auftakt, aber wenn Chan nach über sechs Monaten Ermittlungen – in denen wundersam schon ein Bestseller darüber geschrieben wurde – an einen fast unberührten Tatort zurück kommt, dann strapaziert das die Wahrscheinlichkeit schon sehr.
Ferner läuft der Fall auf eine gewisse Beliebigkeit hinaus, denn es gibt diesmal weniger einen zentralen Täter, als vielmehr um eine Bande von Diamantendieben, die sich auf Schmuggel spezialisiert hat. Die zwei zentralen Täter sterben dabei im Verlauf des Falles und so bleibt nicht mal eine ordentliche Enthüllung für das Finale übrig.
Wirklich sehr übersichtlich geraten ist aber das letzte Drittel des Films, der in einer Geisterbahn (also einem „Funhouse“, zum Laufen, nicht zum Fahren) spielt, weil sich dort der Unterschlupf der Räuber befindet. Nicht nur wiederholt sich hier die klassische Situation, dass der Autor nur mühsam Wege fand, die Detektive nicht von den Gangstern töten zu lassen, die Szenen sind auch angefüllt mit sehr bemühten Witzchen rund um beleuchtete Gruselfiguren (exakt drei!) und ein Skelett in einer Kammer.
Diese Szenen sind nicht nur umständlich arrangiert, sie beweisen auch wieder die monetäre Knappheit der Produktion, die sich in fast leeren Räumen wiederspiegelt, die an die Slapstickfilme der 10er und 20er Jahre gemahnt.
Insgesamt ist der Fall immer noch ansehbar, aber man merkt schon hier, dass George Callahan kein begnadeter Krimiautor, sondern nur ein passabler Handwerker ist, denn auch die Deduktionen sind recht kleinskalig.
Damit war leider der Ton für die Monogramreihe vorgegeben, doch die nächsten Filme sollten dann wieder einen ganz leichten Aufschwung andeuten, was die Kreativität anbetrifft. (4/10)