Tom Berenger spielt einen Heckenschützen der US-Marines, der nach dem Tod seines Partners den Auftrag bekommt, einen bekannten Rebellen-General auszuschalten. Als neuen Partner bekommt er einen hervorragenden Schützen, der jedoch keinerlei Erfahrung hat und in seiner Laufbahn noch keinen einzigen Menschen getötet hat. Die beiden müssen sich durch den Dschungel von Panama schlagen, um zu ihrem Ziel zu gelangen.
Selbst wenn man die Story von "Sniper" mit denen anderer, hirnloser Actionfilme vergleicht, ist sie noch schlecht. Die gesamte Handlung ist dermaßen stereotyp gestrickt, dass man als Zuschauer die ganze Zeit über genau weiß, was als nächstes passiert. Der gesamte Plot könnte kaum potentialloser sein, so wird noch nicht einmal genauer darauf eingegangen, warum die beiden Hauptfiguren ihr Ziel liquidieren sollen. Charakterliche Tiefe gibt es natürlich überhaupt nicht und wie Berenger mit dem Verlust seines alten Partners umgeht wird überhaupt nicht behandelt. Immerhin gibt es ein paar amüsante Dialoge zwischen dem knallharten und kauzigen Berenger und seinem unerfahrenen, neuen Partner.
Die Umsetzung von Regisseur Luis Llosa ist solide. Dafür, dass dies sein Regiedebüt ist, holt er relativ viel aus dem potentiallosen Plot heraus und lieferte mit "The Spezialist" und "Anaconda" nach "Sniper" zwei weitere Dschungel-Actionfilme. Die Musik ist einigermaßen solide, kann aber keine wirklich dramatische oder bedrohliche Atmosphäre aufbauen, die man in diesem Film wirklich benötigt hätte. Die Kulisse ist sehr gut. Llosa setzt einige Bilder von Panama und Australien hervorragend in Szene, sodass der Film wenigstens optisch einiges zu bieten hat. Mit traumhaften Naturaufnahmen hat der rundum mittelmäßige Film wenigstens einen Reiz an sich. Die Action-Szenen sind zwar ziemlich brutal, was vermutlich auch zur Indizierung des Films führte, sind aber auch nicht mehr als durchschnittlich und ein wenig spärlich dosiert. Ein paar Explosionen und Schusswechsel mehr, hätten dem Film sicherlich ganz gut getan.
"Sniper" läuft ziemlich schnell an und verzichtet immerhin darauf, mit seiner substanzlosen Handlung beim Einstieg zu langweilen. Da Llosa das Erzähltempo die ganze Zeit über ziemlich hoch hält, wird der Film immerhin nicht langweilig, kann aber durch seine hohe Vorhersehbarkeit und durch die blasse Atmosphäre leider keine sonderlich hohe Spannung aufbauen. Durch die teilweise amüsanten Dialoge der beiden Hauptfiguren, bietet der Film solide und kurzweilige Unterhaltung. Das Finale bietet dann ordentliche Action und beendet den Film so, wie Fans des Genres es erwarten. Als Unterhaltung für zwischendurch ist "Sniper" geeignet, für mehr aber auch nicht.
Tom Berenger spielt die Rolle des knallharten und kauzigen Heckenschützen hervorragend und sehr gefühlskalt. Ohne seine, einerseits gnadenlos heroische, andererseits aber auch staubtrockene und amüsante Darstellung, wäre der Film vermutlich noch weiter ins Mittelmaß geglitten. Dennoch konnte "Sniper" dem B-Darsteller nicht zum Aufstieg verhelfen, was vermutlich auch ein Grund dafür ist, dass er die Hauptrolle in den beiden vollkommen missglückten Sequeln übernahm. Sein Film-Partner Billy Zane spielt zwar solide, wirkt aber nicht wirklich überzeugend. Der übrige Cast ist solide und kann mit J.T. Walsh wenigstens einen gestandenen Hollywood-Star aufweisen.
Fazit:
"Sniper" reiht sich in die Liste der flachen und belanglosen Action-Filme ohne weiteres mit ein. Bis auf die gute Kulisse und die ordentliche Leistung von Tom Berenger ist wirklich alles am Film 0815 und auch die Action-Szenen könnten besser und vor allem zahlreicher sein. Der Film bietet solide Unterhaltung und ist für langweilige Stunden empfehlenswert, mehr aber auch nicht.