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Oliver Stone verarbeitete mit "Platoon" aus dem Jahre 1986 nicht nur seine eigenen traumatischen Erinnerungen an Vietnam, er schuf auch zugleich einen der eindrucksvollsten Beiträge zu dieser für Amerikaner noch heute imenz nachwirkenden, traumatischen Erfahrung. Bereits mit der schlichten aber hoch stimmungsvollen Landung der Greenhorns im schwülen Vietnam gelingt es Stone, den Zuschauer gefangen zunehmen - und ihn im Folgenden auf eine bedrückende Reise in den gnadenlosen Dschungelkrieg mitzunehmen, die schließlich in einer fast schon apokalyptischen Endschlacht ihr blutiges Ende findet. Kaum einer kommt hier lebend raus - und falls doch, dann als gebrochener Mann. Dieses Gefühl beschleicht auch den Zuschauer in immer stärkerem Maße.
Neben zahlreichen lange in Erinnerung bleibenden Szenen wie der brutalen Dorfsäuberung und dem spektakulären Tod William Dafoes liegt "Platoons" zweite Stärke in seinen Charakteren bzw ihren Darstellern. Tom Berenger und William Dafore liefern sich als konkurrierende Sergeants einen packendes Duell innerhalb ihrer Einheit, in der sich auch Grünschnabel Charlie Sheen wiederfindet - und die Hölle des Krieges erlebt.
Toll gespielt, technisch einwandfrei umgesetzt und ungeheuer mitreißend gehört "Platoon" ohne Zweifel zum Pflichtprogramm eines jeden Filminteressierten. Nicht nur für Stone selbst ein Meilenstein, der nicht viel Gutes am Mythos amerikanischer Heilspolitik lässt. Vielmehr ein beeindruckendes Pladoyer gegen jeden Krieg!

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