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Kriegs- bzw. Antikriegsfilme gibt es sicherlich sehr viele. Die Zahl der wirklich guten, falls dieses Wort in diesem Zusammenhang überhaupt passend sein sollte, kann man dabei jedoch an einer Hand abzählen. Dabei zählen in meinen Augen Streifen wie z.B. „Full Metal Jacket“ oder gar „Der Schmale Grad“ nicht hinzu. Denn mit „Platoon“ inszenierte Oliver Stone im Jahre 1986 einen, wenn nicht sogar den besten Film seiner Art, mit einer Intensität von der z.B. Kubrick´s Streifen nur Träumen kann.

Wie so viele handelt „Platoon“, wie der Name schon sagt, von einer im Vietnamkrieg abgesetzten Einheit, welche aus wild zusammengewürfelten Typen besteht. Deren größte Hürde des Krieges ist es auch wohl mehr untereinander klar zu kommen, als dem Vietkong Paroli bieten zu können. Viele kleine Schauplätze des Terrors innerhalb der Truppe bestimmen den gesamten Film, allen voran die Differenzen der beiden Sergeants Grodin (Willem Dafoe) und Barnes (Tom Berenger). Mittendrin stets der junge College-Student Taylor, (Charlie Sheen) welcher sich, für ihn im weiteren Verlauf unverständlicherweise, freiwillig für Vietnam gemeldet hat. Der Film wird bestimmt von Verrat, Misstrauen und Hass untereinander und einfach allem und jedem gegenüber, geprägt von der Ausweg- und Hoffnungslosigkeit eines sinnlosen Krieges.

Das es sich bei „Platoon“ um einen astreinen Vietnam-Film handelt, zeigt alleine schon die Tatsache, dass sich auch alles in den dichten Wäldern abspielt. Die erdrückende Enge, Feuchtigkeit und das Summen der Moskitos sowie das Krabbeln von Getier und Ameisen sind förmlich spürbar. Des Weiteren kommt zu keinem Zeitpunkt, trotz einiger etwas längerer Dialoge, Langeweile auf. Dies mag wohl auch unter anderem an der gut begleitenden Erzählung liegen, der man doch anmerkt dass Regisseur Oliver Stone in diesem Film seine eigenen Kriegs-Erlebnisse hierbei verarbeitet hat. Ebenso dürfte der Überfall auf das Vietnamesen – Dorf nichts für´s schwache Nerven sein. Aber wohl kaum schafft es nicht einmal diese Szene die Wahrheit nur annähernd rüberzubringen.

Insbesondere die Kampf- und Nachtszenen beinhalten wahrlich eine ordentliche Portion Brisanz und Spannung. Am besten zeigt sich dies als der Rest des Platoons von den Vietkongs aussichtslos eingekesselt wird und das Chaos seinen Lauf nimmt. Hierbei steigert sich die Spannung gepaart mit vielen schnellen Bildern derart, dass dies dem Betrachter wohl erst klar wird, als Taylor nach der (im wahrsten Sinne des Wortes) Ruhe nach Napalm-Sturm im Walde liegend erwacht. Erst dann wird einem klar, in welche Sog man sich in den letzten Minuten aufgrund der grandiosen Inszenierung befunden hat.

Fiesling Barnes wurde von Tom Berenger hervorragend verkörpert – es hätte wohl kaum eine bessere Besetzung hierfür geben können. Sein gegenüber Willem Dafoe schaffte es mit seinen letzten Film-Sekuden wohl nicht nur auf das DVD-Cover, sondern auch sich damit einen festen Platz in den größten Bildern Hollywoods zu sichern. Ein unvergessenes Bild. Und auch Charlie Sheen, welcher damals noch ziemlich am Anfang seiner Karriere stand, macht seine Sache wirklich sehr gut. Beeindruckend der Vergleich seines letztes Anblickes vor Ende des Filmes und während des Abspanns – dazwischen liegen Welten.

Oliver Stone hat zugegebenermaßen auch einiges an Mist produziert, jedoch gelang im hier mit „Platoon“ der für mich, neben „Apocalypse Now“ mit Abstand beste Antikriegsfilm aller Zeiten. Des Weiteren bezweifle ich auch, dass es hinsichtlich dessen noch mal einen besseren geben wird, da damals die Zeit wohl mehr als Reif für diesen Film war. Hervorragende Darsteller in großen Bildern bei einer erdrückenden Atmosphäre. Dies hervorragend Musikalisch untermalt macht diesen Film zu einem absoluten Meisterwerk und Meilenstein der Filmgeschichte. Einer der besten Filme aller Zeiten!!

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