Was soll man zu diesem Meisterwerk noch sagen?
Platoon. Schockierend, realistisch, beeindruckend. Mit einem Wort: Genial!
Die Handlung:
Chris Tylor (Charlie Sheen) meldet sich freiwillig zum Fronteinsatz in Vietnam. "Er wollte mal etwas anderes sehen". Doch seine Begeisterung und sein Idealismus schlagen in der grünen Hölle schnell in Entsetzen um. Die brutale und schonungslose Seite des Krieges und auch die internen Machtkämpfe zwischen den amerikanischen Soldaten zeigen ihm, das im Krieg wenig Platz ist für Idealismus und Heldentum. Zwischen den beiden Sergeants Barnes (Tom Berenger) und Elias (Willem Dafoe) herrscht Hass, Neid und Mißgunst. Barnes (den Chris anfangs als Vorbild sah) ist der brutale Kämpfer, der unschuldige abschlachtet und Elias ist der, der seine Menschlichkeit auf dem Schlachtfeld trotz aller Grausamkeit des Krieges behalten hat.
Die Einheit wird quasi in zwei Lager gespalten. Der Streit zwischen den Beiden eskaliert und Barnes räumt seinen Widersacher aus dem Weg. Seine Kameraden können oder wollen nichts sehen, aber Chris sinnt nach Rache.....
Atmosphere:
Oliver Stone führte Regie in diesem Antikriegsfilm aus dem Jahre 1986. In actionreicher, aber keinenfalls unrealistischer Weise wird uns hier der Vietnamkrieg präsentiert. Die zahlreichen Gefechtsdarstellungen sind alle glaubhaft und beeindruckend inszeniert, untermalt vom traurig-beklemmenden Platoon-Theme.
In den Gefechtspausen werden die einzelnen Charaktere tiefgehend vorgestellt, man erfährt viel von den Beziehungen der Soldaten untereinander. Man lauscht den Gedanken des Rekruten Chris, dessen Meinung und Einstellung zum Krieg sich während des Films grundlegend ändert.
Positiv ist das auch die amerikanische Seite ihr Fett abbekommt, hier wird der Amerikaner nicht nur als der einzig Gute dargestellt, Fehler und Schwächen der Amis werden offen angesprochen ("Ich glaube wir werden diesen Krieg verlieren, ... in der Vergangenheit haben wir so vielen in den Arsch getreten, jetzt sind wir mal an der Reihe") Auf den sonst üblich übertriebenen Hollywood-Ami-Patriotismus wurde zum Glück weitgehend verzichtet.
Die Filmmusik:
Mit einem Wort: Bombastisch! Das Platoon-Theme ist einer der schönsten, passendsten und beeindruckendsten Hintergrundmelodien der Filmgeschichte. Mit seiner melancholischen und traurigen Art wirkt es auf den Zuschauer ein, und untermalt in vielen Szenen des Films die Grausamkeit und die Schonungslosigkeit des Krieges. Der Zuschauer fühlt betroffen mit.
Die Schauspieler:
Alle 3 Hauptdarsteller, sowie sämtliche Nebendarsteller überzeugen auf ganzer Linie. Insgesamt eine erstklassige Besetzung. Besonders herauszuheben ist Tom Berenger alias Barnes. Er spielt den brutalen und gewissenlosen Eilitekämpfer eiskalt. Seine Narben im Gesicht sprechen Bende. Aber auch William Dafoe weis als Kämpfer mit Herz zu glänzen. Charlie Sheen spielt seine Rolle ebenfalls sehr glaubwürdig.
Fazit:
Wenn 12 Punkte möglich wären, würde ich die ohne Bedenken vergeben. Der bis heute beste Antikriegsfilm.
Wurde 1986 mit 4 Oscars ausgezeichnet (u.a. bester Film), absolut weiterzuempfehlen!
Movie-Star-Wertung: 10/10 Punkten.