"Platoon" gehört neben "Apokalypse Now", "Full Metal Jacket" und "Der schmale Grat" zu den besten Anti-Kriegsfilmen, die je gedreht wurden.
Im Vergleich zu den genannten Filmen bietet "Platoon" die meiste Action und geht am ehesten auf Spannungen innerhalb der eigenen Truppe ein. Stone hat seinen Film erstklassig besetzt (hervorzuheben sind Willem Dafoe und Tom Berenger) und schafft eine Atmosphäre, die den Zuschauer von Anfang an in ihren Bann zieht. Es ist schwer zu übersehen, dass Oliver Stone viele selbst gemachte Erfahrungen in den Film eingebracht hat (Stone war selbst Soldat im Vietnamkrieg) und trotzdem das Vorgehen "seiner" Armee nicht glorifiziert, sondern realitätsnah darstellt.
Das größte Defizit des Films ist die Darstellung der Vietnamesen, deren Leid lediglich in dem Dorf-Massaker drastisch gezeigt wird. Die vietnamesischen Soldaten werden leider insgesamt zu undifferenziert gezeichnet; sie sind lediglich die "Feinde" und werden in den Kampfszenen auch ausschließlich als solche gezeigt. Wünschenswert wäre ein Aufzeigen des Leids der Gegenseite gewesen, wie beispielsweise Terrence Malick es in seinem Meisterwerk "Der schmale Grat" eindrucksvoll umgesetzt hat.
Dieser Aspekt und die stellenweise unvorteilhaften Schnitte und einfallslosen Kameraarbeiten verhindern eine Höchstwertung.
8/10 Punkten (Tendenz zu 9 Punkten)