Der französische Bauer Aymè Pigrenet (Michel Blanc) verliert durch einen Stromschlag Melkmaschine und Ehefrau.
Weil ihn seine Arbeit bisher von früh bis spät beschäftigte und er den Haushalt komplett von der mit ihrem Leben unzufriedenen Ehefrau führen ließ, bricht er nicht vor Trauer zusammen, sondern versucht schnell einen Ersatz für die verlorene Arbeitskraft zu finden.
Das stellt sich als nicht gerade einfach heraus– welche allein stehende Dame ist schon bereit, harte Arbeit und einen kauzigen Ehemann zu ertragen?
Über ein Eheanbahnungsinstitut kommt er nach Rumänien; hier scheint nur eine der Damen geeignet zu sein - Elena (Medeea Marinescu).
Sie lässt ihre Familie, insbesondere ihre kleine Tochter, zurück.
Das Einleben in Frankreich fällt schwer.
Aymé ist ein komischer Kauz, und das Heimweh wird immer stärker.
IIsabelle Mergault (Buch und Regie) hat eine lustige, teilweise tragische und in mancher Hinsicht märchenhaft anmutende Liebesgeschichte geschaffen.
Die Hintergrundgeschichte ist sehr authentisch erzählt; wer sich in der Landwirtschaft auskennt, wird einige Marotten von Aymé und das dargestellte Leben wiedererkennen.
Wenn man die gewöhnungsbedürftigen französischen Gesten mal außer Acht lässt, spielt Michel Blanc durchaus überzeugend den weniger wegen seiner Frau trauernden Bauer.
Auch die Reise nach Bukarest ist realistisch dargestellt, und die ausreisewilligen Rumäninnen werden zwar etwas überzogen, dennoch glaubwürdig auf die Leinwand gebracht – sie wollen Tänzerinnen o. ä. in Frankreich werden.
Medeea Marinescu sieht als Elena zwar wunderbar aus, Elenas tatsächlichen Motive bleiben aber immer etwas im Dunkeln.
Hier drängt sich einem der Gedanke auf, Frau Mergault hätte beim Schreiben des Drehbuchs Anfang und Ende fest im Blick gehabt und krampfhaft versucht, beide irgendwie zu verbinden.
In Rumänien wird Elena noch als durchaus berechnende Frau eingeführt – sie ist die einzige, die sich eine Taktik zurechtlegt, um tatsächlich von Aymé mit nach Frankreich genommen zu werden.
Hier will sie so viel Geld verdienen, dass sie mit ihrer Familie in Rumänien ein besseres Leben führen kann.
Früh äußert sie in Frankreich Aymé gegenüber den Wunsch, in der Stadt arbeiten zu wollen, weswegen er sie dann für die Arbeit auf dem Hof bezahlt.
Aymé ist nicht an körperlicher Nähe interessiert.
So bekommt sie genug Geld und müsste sich ihm eigentlich nicht freiwillig an den Hals werfen.
Warum sie ihn dennoch becirct, ist nicht ganz begreiflich.
War sie bis kurz vor Schluss berechnend oder doch irgendwann verliebt?
Die Wandlung vom Menschenfeind zum Gefühlsmenschen wird im Falle von Aymé dagegen überzeugend dem Zuschauer gegenüber vermittelt.
Fazit:
Diesen Film kann man durchaus im Kino genießen, sofern genügend Zuschauer im Saal sind.
Man wird gemeinsam an denselben Stellen lachen und fröhlicher aus dem Kino gehen.
Sobald der Film im TV gezeigt wird, kann man ihn getrost aufnehmen, allein wegen des Aussehens von Medeea Marinescu.
Aber den Film kaufen – unnötig.
Selbst für Liebhaber der französischen Sprache.