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Wenn Gesichter von Geistern im Spiegel auftauchen, blutige Hände nach einem verängstigten Opfer greifen und Flüsterstimmen Hinweise zur Aufklärung eines Mordes liefern, befindet man sich natürlich im typisch asiatischen Geisterfilm, in diesem Fall aus Thailand stammend.
Doch während die erste Hälfte trotz schleppender Erzählweise eine gefällige Optik und eine passable Geschichte bietet, geht es nach einem deftigen Break massiv bergab.

Ting ist Schauspielerin aus Leidenschaft und froh, dass Inspektor Te sie beauftragt, in nachgestellten Mordszenen mitzuwirken. Als sie jedoch in die Rolle der ermordeten Meen schlüpft, überkommen Ting immer häufiger Visionen, die darauf hindeuten, nach Meens wahren Mörder zu suchen…

Das fasst in etwa den ersten Part zusammen, der mit Ting eine Sympathieträgerin liefert und bei der Aufklärung des Mordes einige okaye Schockeffekte einbaut. Zwar findet man kaum innovative Einfälle und ein paar unnütze Dialoge hätte man zur Straffung entfernen können, doch bis dato lässt sich das Geschehen, trotz einiger Sprünge und Flashbacks, Visionen und Alpträume problemlos verfolgen.
So etwa nach 50 Minuten ist dies ganz und gar nicht mehr der Fall.

Nachdem das Tingeln von Ting von Spur A nach B noch einigermaßen interessant ablief, steigt man direkt mit den Arbeiten einer Filmcrew um Regisseur Chen ein und ab da haben wir den Film im Film im Film, denn eine gewisse May verkörpert Ting, welche zuvor Meen darstellte. Hier fehlt es komplett an Stringenz, die Handlung weist drastische Lücken auf und die verworrene Erzählweise mit mehreren Realitätsebenen und Zeitsprüngen gibt dem Ganzen den Rest.

Mal abgesehen von ausgeblendeten Ableben und fast überhaupt keinem Blutvergießen, gibt es weder eine Identifikationsfigur, noch eine feste Größe in Sachen Bedrohung. Die Gruseleffekte implizieren die üblichen Schatten, das wohlbekannte Flüstern, eine massive Störung in der Telefonleitung und die obligatorische Sichtung der Geistererscheinungen im Filmmaterial. Mit dem ersten Part hat die Handlung nunmehr kaum etwas zu tun und am Ende gipfelt alles in einem Twist, der reichlich konstruiert und aus der Luft gegriffen wirkt, zumal hierfür überhaupt keine Hinweise zum Mitraten geliefert wurden.

Was den negativen Gesamteindruck ein wenig schmälert, ist die soundtechnische Untermalung, die insgesamt spärlich ausfällt, aber mit recht markanten Klängen einen gewissen Wiedererkennungswert besitzt.
Auch die Darsteller bleiben mit ihren Leistungen im Rahmen des Erträglichen, - das übliche Overacting hält sich angenehm in Grenzen.
Ferner ist die Wahl der Kulissen, die Farbgestaltung, Kamera und Schnitt in Ordnung und zuweilen kommt es sogar zu gruseligen Momenten, etwa, als ein nebelhafter Geist am hinteren Teil eines Fahrzeuges erscheint.

Doch das alles täuscht nicht über den wahllos aneinander gekleisterten zweiten Teil hinweg, der aus einem zunächst soliden Grusler ein komplettes Wirrwarr macht und das Interesse von Szene zu Szene schwinden lässt.
Da rettet das ordentliche Handwerk kaum noch etwas, ebenso wenig wie der überraschende Twist, der zu wenig fundiert ins Geschehen geknallt wird.
Schade, denn es hätte ein grundsolider Geisterfilm werden können, doch der zweite Part hinterlässt schlichtweg einen zu enttäuschenden und verärgernden Eindruck.
3,5 von 10

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