Wegen 666fachen Mordes wird der Serienkiller Max Seed zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Da er jedoch die Stromstöße seiner eigenen Hinrichtung überlebt und laut Gesetz anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt werden müsste, entschließt sich Gefängnis-Direktor Calgrove stattdessen, den bewusstlosen Psychopathen ganz einfach lebendig begraben zu lassen. Doch Seed kommt im Sarg wieder zu sich und kann sich aus seinem Grab buddeln... und nimmt prompt Rache an denen, die ihn unter die Erde gebracht haben. Nachdem er die Gefängnis-Belegschaft dahingemetzelt hat, richtet Seed sein Augenmerk auf die Familie des Polizisten Matt Bishop, dem damals mit knapper Müh und Not gelungen ist, ihn zu verhaften... Der härteste Moment von Uwe Bolls "Seed", einem auf der angesagten Torture-Porn-Welle mitgeschwommenen Brutalo-Streifen, der zumindest in den üblichen Gorebauern-Kreisen für ein wenig Wirbel gesorgt hat, kommt direkt zu Beginn: Da werden dem Zuschauer authentische Aufnahmen von Tierquälereien und Hunden, die bei lebendigem Leib gehäutet werden, präsentiert, die der Produktion "freundlicherweise" von den Pissern von PETA zur Verfügung gestellt wurden. Angesichts solch krasser Bilder macht man wirklich kurz große Augen und sieht das Ganze ein wenig in der Tiersnuff-Tradition der italienischen Kannibalen-Epen der frühen 80er Jahre (die Schildkröte aus "Nackt und zerfleischt" lässt grüßen!). Alles, was dann aber im Anschluss folgt, ist weitaus weniger aufsehenerregend, denn die dünne Handlung repetiert da nur noch die ödesten Slasherfilm-Standards, wobei die beachtliche Blutrünstigkeit einiger Szenen einen das Ganze allerdings doch eher neben einem schieren Amateurfilm-Müll wie "100 Tears" verorten lässt als in der Nähe eines "Halloween - Die Nacht des Grauens" (oder sogar dem damals aktuellen Rob Zombie-Remake desselbigen, obwohl hier wie dort auch ein paar bemüht heraufbeschworene 70s-Vibes mitschwingen). Okay, Uwe Boll suhlt sich da förmlich in grausamsten Details, die er wohl als Kommentar auf die Verkommenheit der Spezies Mensch verstanden wissen möchte (ja ja, Mahlzeit!), doch der Streifen selbst schwankt da über die gesamte Laufzeit nur zwischen "abstoßend" und "langweilig" hin und her. Na gut, so ein kleines Billig-Filmchen mit rauen Ecken und Kanten, das kräftig an einigen Tabus kratzt, hat ab und an ja auch was für sich. Um die Schocks jedoch wie beabsichtigt sitzen zu lassen, fehlt es dann aber doch an einem auch nur rudimentär vorhandenen Gespür für das richtige Timing sowie einem gewissen Maß in der Inszenierung... und schlussendlich muss man dann auch zu der Erkenntnis gelangen, dass das, was Boll hier im Weg steht, tatsächlich immer noch Boll selbst ist: Eine zentrale, mehrminütige Mord-Szene mit einem Hammer wirkt da anfänglich noch echt beklemmend, aber entgleist da ab einem gewissen Punkt zunehmend durch die Verpimpelung mit echt beschissenem CGI-Splatter und driftet mit jeder weiteren Sekunde tiefer in unfreiwillig komische Gefilde ab, während das Ende sicherlich ähnlich niederschmetternd und verstörend angedacht ist wie der Schluss von David Finchers "Sieben", aber in letzter Konsequenz nur zynisch rüberkommt. Kurzum, seinen durch die trashigen Videospiel-Adaptionen "House of the Dead - Der Film", "Alone in the Dark" und "BloodRayne" ramponierten Ruf als Filmemacher hat Uwe Boll mit "Seed" mal echt nicht aufpolieren können... und im Nachhinein scheint er sich - auch wenn er es bestimmt niemals öffentlich zugeben würde - für diesen Streifen möglicherweise selbst ein wenig geniert zu haben: Die billigen Fortsetzungen zu "BloodRayne" und "Rampage" hat er nämlich noch selbst inszeniert, während er ein paar Jahre später die Regie von "Seed 2 - The New Breed" dem hiesigen Amateurfilm-Fuzzi Marcel Walz überlassen hat...
4/10