“I told this story before, but when I was doing the series (Branded, 1965 - 1966) with Chuck, he was doing the Clint Eastwood Rawhide. And he kept saying, "You know, that Clint Eastwood." I said, "That son-of-a-bitch. I can't even see his face. He's got his goddamned hat down over his nose and he doesn't talk. He whispers. Forget it. Chuck Connors. Now there's a leading man." He said, "I'll bet you that Clint Eastwood gets to be a bigger star than Chuck Connors." I said, "Are you kidding? I'll bet you a trip down to Mexico." He said, "Okay." You know what happened.“
~ Andrew J. Fenady
“I like most of what Steve McQueen has been doing and I think Eastwood has a chance.“
~ John Wayne
Erstes und gleich erfolgreiches Ausprobieren der in Europa angewandten Methode des Rache- und 'Elends'Westerns auch in amerikanischen Verhältnissen (mit einem fast siebenfachen Einspiel), mit dem Star von dort, mit Clint Eastwood, der die Rolle in Für eine Handvoll Dollar (1964) und entsprechend die Fortsetzungen vom ursprünglich geplanten, aber nicht benutzten Charles Bronson übernommen hat. Sowohl für den Darsteller vor der Kamera als auch den Regisseur dahinter, Sergio Leone der Auftakt zu einer höchst einflussreichen Trilogie, die nicht bloß den italienischen oder spanischen Western entscheidend hervorbrachte und veränderte, sondern die Sehgewohnheiten des Zuschauers allgemein. In der USA regierte bis dahin noch John Wayne als Vorzeige- und Vorzügecowboy (und der Hays-Code), das sollte sich nun mit dem Frischblut Eastwood in und unter der 1967 zusammen mit Irving Leonard gegründeten Malpaso Productions ändern; hier für ein Salär von 400.000 USD (etwa ein Viertel des gesamten Budgets, plus 25 % Nettoprofit) unter der Regie von Ted Post, der bekannt aus Tausend Meilen Staub (1959 - 1966), West Point (1956 - 1957) und Rauchende Colts (1955 - 1975!) eingangs als eingespieltes Gespann mit dem neuen Stern am Himmel galt, was sich bei einer eigenen Regielaufbahn des Darstellers dann aber auch änderte; im Übrigen waren eingangs auch Robert Aldrich (der den Film hätte auch inszenieren können) und John Sturges für den revisionistischen Western geplant:
1889, im Oklahoma-Territorium. Der ehemalige Hilfssheriff Jedediah 'Jed' Cooper [ Clint Eastwood ] wird nach einem Viehkauf und dem Treiben der Herde von einer Gruppe von neun Männern umzingelt: Captain Wilson [ Ed Begley ], Reno [ Joseph Sirola ], Miller [ Bruce Dern ], Jenkins [ Bob Steele ], Stone [ Alan Hale Jr. ], Maddow [ Russell Thorson ], Tommy [ Jonathan Lippe ], Loomis [ LQ Jones ] und Charlie Blackfoot [ Ned Romero ]. Er wird des Mordes an dem Viehverkäufer beschuldigt und dem Diebstahl der Herde und an einem Baum aufgehangen. Kurz darauf rettet Marshal Dave Bliss [ Ben Johnson ] den halbtoten Cooper und bringt ihn nach Fort Grant, wo der Territorialrichter Adam Fenton [ Pat Hingle ] Coopers Unschuld feststellt, ihn freilässt und ihn warnt, keine Rache zu nehmen. Als Alternative bietet Fenton Cooper einen Job als Marshal an. Cooper nimmt an.
Die erste Einstellung, der Einstieg schon die Prämisse des Ganzen, Vollzug nach schneller Entscheidung, ein Lynchmob, eine Selbstjustiz, allein Richter, Jury und Henker, ein Unschuldiger von jetzt auf gleich zum Tode geweiht. Der Western noch härter und grausamer als sonst, die Gegend karger, eine lebenslange Narbe, eine ewige Erinnerung und Qual und Energiequelle für die weitere Entwicklung, die weiteren Behandlungsmethoden, mit gleicher Weise heimgezahlt, Hängt ihn höher als bleibender Eindruck. Ein Mann auf sich allein gestellt, allein in der Haftung und der Verantwortung, im Fokus der Veranstaltung, in der Veränderung des Genres, im Mix der Kulturen, nicht in der Anbiederung. Eine Herde, die als Einzelner getrieben wird, eine erste Hilfestellung gegenüber den begleitenden Tieren, einem Kalb aus dem Wasser geholfen, hier noch Empathie gegenüber den Lebewesen gezeigt, eine erste Charakterisierung. Bedrohlich bald der Ton, das Auftauchen und Auftreten der Anderen, “Was wollen Sie von mir?“, eine Ahnungslosigkeit des Angegriffenen, keine Chance sich zu wehren, keine Chance auf Verteidigung, nicht nur zahlenmäßig unterlegen. Mit allen Kräften um sein eigenes Leben gekämpft, die letzten Sekunden, für eine Sekunde wird gezweifelt, dann wird ein Mord an einem Unbeteiligten gesühnt.
Ein blutiger Hals, eine blutrote Schrift, das Ertönen einer aufgehenden Klappe, einer Falltür; Eastwood hier von Ben Johnson gerettet, einem engen Wegbegleiter von Wayne, die Fliegen schwirren durch die staubige Gegend. Ein zweiter Geburtstag wird begangen, nicht gefeiert, ein Abtransport im Gefängniswagen, eine Grausamkeit nach der nächsten. Die Hitze brütend, kein Mitleid regt sich, für Empathie anschließend keine Zeit mehr, die Schrift verschnörkelt, wie mit Lebenssaft auf die Leinwand geschrieben. Die Stadt, durch die man kommt, ist erbärmlich und erbarmungslos, umgegangen wird mit Menschen allgemein wie mit Vieh hier, der Tod stets nah und beständig. Das Sterben wird von Anfeuerungsrufen und Aufforderungen begleitet, “Jetzt kommt der Richter um seinen Spaß.“, die Sonne und die Musik knallenden, der Henkerskarren die einzige Attraktion der Bevölkerung hier, fast wie eine Festgesellschaft, als Animateure aufgenommen. Post hält die Worte und die Szenen kurz, gibt dem Film aber weitaus genug Vorstellung, böse Omen und Prophezeiungen, eine allgemein schlechte Gesellschaft, eine bösartige Erkrankung der Gesellschaft, wie ein Tumor, der um sich streut, “eine Hängepartie vorbereitet“. Es wird gebeten und gebettelt, nicht von Eastwood, der bleibt wortkarg, er hat sein Ansinnen längst beschlossen, er ist nicht davon abzubringen, “Das genügt mir nicht.“, er bekommt seine Chance, es füllt seine Adern, es erfüllt nunmehr sein Lebenswerk. Ein schwieriges Terrain, ein schwieriges Unterfangen, es wimmelt nur so von Buschläufern, Pferdedieben, Schwindlern, Falschspielern, Whiskyschmugglern, Plünderern, eine Existenz hier nichts wert, nur das Existenzielle, das Recht des Stärkeren, es wird ein Stern angeboten und (unregelmäßig) Sold, ein zusätzlicher Bonus für ein Vorhaben, dass man sowieso vorhat, das man auch umsonst tun würde und mit Freude, ohne Not.
Es wird auf das “Lebend“ bestanden, nichts mit 'Dead or Alive' hier, die einzige Bedingung. Das Territorium wird erkundet, die Aufträge abgeklappert, die Gefangenentransporte nun selber durchgeführt, eine Beförderung stand an, man kommt weit herum, man gelangt an seine neun Mann. Bald wird scharf geschossen, meist in Notwehr, manchmal in Provokation, die Waffe in Großaufnahme, der Mann dahinter auch, Post hat seine Vorbilder studiert, er geht über die Nachahmung hinaus, eine eigene Kreativität, Frischblut im Genre, für einen Moment Konkurrenz zu den traditionellen Burt Kennedy und Andrew V. McLaglen, dann kam Peckinpah und veränderte wie Eastwood selber die Welt. Manchmal sind Studioaufnahmen erkenntlich, Rückprojektionen, gemalte Hintergründe, es stört nicht, es verleiht dem düsteren Ganzen und den ebensolchen Prognosen einen besonderen Reiz, ein Drehen im Kreise, Eastwood arbeitet allein, bekommt aber zumindest Informationen als Unterstützung, er präsentiert sich sonst wie bei Leone, ein Mann der Tat, der Treffsicherheit, des Selbstbewusstseins und des Vertrauens in seine Fähigkeiten, die Geschichte um den gemeinsamen Mordversuch und die Nachwehen dessen und das Nachsehen der Täter gegenüber dem späteren Sheriff füllt spielend die Handlung, Gestiken klein, Szenen schnell und knapp gehalten, keine lange Erklärung, kein ewiges Vorbereiten.
Situativ ist das unterschiedlich gehalten, es kommen Dinge dazwischen, Unvorhergesehenes und Unvorhersehbares, ein permanenter Kampf gegen das Verbrechen, es wird vor nichts Halt und kein Zurück gemacht, zwischendurch verenden Tiere in der Wüste, ein Verrecken von Rindern, es wird von anderen Hilfe angenommen, aber nicht wiedergegeben, eine allgemeine Undankbarkeit, Verrat an der Tagesordnung hier, ein schwelendes Kriminellentum, zwischendurch ein Blick in die unendliche Ferne. Mittig ein Zehren um Schatten und Wasser, ein Schwanken in der Wärme, ein Ersticken fast im Sand, ein blutiger Zweikampf, allein der Richter freut sich, Schwarzblenden häufen sich. Dreh- und Angelpunkt ist das Gerichtsgebäude, das Büro des Richters, der Blick auf den Gerichtshof, das Henkersgebäude, der Platz des Todes, die Arbeit für die Regierung und die Gerechtigkeit, so heißt es hier, es wird oft genug gepredigt, es gibt noch einen Subplot, der dreht sich um Inger Stevens und deren “Gespenster“. In der zweiten Filmhälfte gibt es den ersten Prozess, die ersten Aussagen und Kreuzverhöre, um Erzählungen und Tatsachen, eine Ungleichbehandlung, eine Ungerechtigkeit, eine Ungerechtfertigkeit, auch um Korruption wird hier gestritten, ein Blick auf die Antagonisten der Erzählung hier, eine Trennung vor Angst, eine gesprengte Bande hier. Das Einsehen kommt spät, vom freien Mann zum per Haftbefehl gesuchten, jeder nimmt es anders auf; überhaupt wird das Thema mehrfach von verschiedenen Seiten und Faktoren aus in Augenschein genommen, keiner ist der gleichen Meinung hier, es wird argumentiert und debattiert, Hinrichtungen als Art Volksfeste (wie in Der Marshal, 1969, welcher eingangs in Fort Smith spielte, der Ort hier als Nachahmung des realen Verwaltungssitzes, Hindle verkörpert quasi den dort ansässigen Bezirksrichter Isaac Charles Parker, bekannt als “Hanging Judge“ Parker) hier; eine Hauptszene im ganzen Film, kurz vor einem feigen Hinterhalt, einem heimtückischen Massenschießen.