Mit diesem Aufguss hat Meister Arnold nichts mehr zu tun. Das Budget war hier so niedrig, dass kein 3D Verfahren mehr verwendet wurde und offenbar nicht einmal mehr ein neues Unterwasserkostüm für den Kiemenmenschen angefertigt werden konnte. Die für die Vorgänger verwendeten Kostüme müssen wohl auch so abgenutzt gewesen sein, dass die gesamte Handlung des dritten Teils auf mehrere Notlösungen zurückgreifen musste:
Ein habgieriger Millionär will unbedingt den Kiemenmenschen, der sich noch immer in Florida befindet, einfangen, um ihn zu domestizieren (wozu wird nie geklärt). Nach einer langen Jagd durch mehrere Flüsse und Buchten wird die arme Kreatur schließlich übermannt, aber durch ein Feuer so stark verbrannt, das sein gesamter Außenpanzer zerstört wird. Tagelang müssen nun Ärzte und Wissenschaftler den Fischmenschen operieren und am Schluss von Kopf bis Fuß einbandagieren. Der schält sich schließlich komplett (!) und hervor kommt ein wesentlich menschenähnlicheres und sanfteres Geschöpf, das mit unserem Kiemenmenschen kaum noch Gemeinsamkeiten hat, meist nur apathisch und doof in der Gegend rum steht und einen hässlichen breiten Anzug trägt wie Herman Munster (das spart Makeup).
Ins Wasser zurückkehren kann der Kiemenmensch nicht mehr, da seine Kiemen vernichtet und durch Lungen ersetzt wurden. Der fiese Millionär hält seinen „Gast“ in einem Gehege bei einer abgelegenen Villa gefangen und steigert sich in seine eifersüchtige Vorstellung hinein, dass seine Frau eine Affäre mit einem der Forscher im Haus haben könnte. Es kommt schließlich zum Drama in der Dreiecksbeziehung, der Kiemenmensch wird Zeuge eines Gewaltaktes, die Bestie in ihm wird wieder geweckt und er bricht ein letztes Mal aus, um ein wenig Rabatz zu machen.
Die Idee, dass der Kiemenmensch schwer verletzt, gesund gepflegt und dadurch vermenschlicht wird, birgt großes Potential, doch was hier daraus letztlich gemacht wurde, enttäuscht auf ganzer Linie. Überhaupt ist dieser dritte Teil einer der wenigen Filme aus den 50ern, die mir bisher überhaupt nicht gefallen haben. Allein die drastische Veränderung des bedrohlichen Monsters hin zu einem langweiligen, tumben Klotz in Kleidung ist wirklich schwach. Das neue plumpe Design ist wie eine Ohrfeige für jeden Fan des echten Kiemenmenschen und sein friedlicheres Verhalten ist auch nur aufgrund des geringen Budgets, also dem Mangel an Geld für Effekte und Stunts, zu erklären. Die erste Hälfte des Films gaukelt uns zumindest noch eine halbwegs spannende Hatz auf das Biest vor, wobei schon da ausschließlich Unterwasseraufnahmen aus dem ersten Teil recycelt worden sind. Wie passend, dass die beiden Taucher die gleichen Hosen wie ihre 2 Kollegen aus Teil 1 tragen. Au Mann. Nur das kurz brennende Monster ist wirklich neu und weckt Interesse. Danach geht es ständig bergab, weil Teil 3 die bislang unsympathischsten menschlichen Figuren zusammenführt und ihnen jämmerliche Dialoge über Mensch und Bestie in den Mund legt. Allein dadurch, dass schon zu Beginn die bevorstehende Vermenschlichung des Monsters angedeutet wird, verliert der Film sehr viel an Spannung und Überraschungsmomenten. Das Monster verliert im neuen Outfit jeglichen Schrecken und verkommt zum Nebendarsteller, wobei seine radikale Veränderung nie wirklich einleuchtend erklärt wird. Das kurze Finale kommt dann auch völlig vorhersehbar und unspektakulär rüber. Der Schluss ist auch nur wegen mangelnder Spezialeffekte offen gehalten worden. Damit endet die Trilogie mit einem faden Nachgeschmack, denn das letzte Kapitel ist für dieses ehemals grandiose Ungeheuer einfach unwürdig. Fazit: Ein typisches Beispiel für eine lieblos heruntergekurbelte Billigfortsetzung.
4 von 10.