Gerade außerhalb Hollywoods liegen kleine Folterfilmchen hoch im Trend, man benötigt nur ein vorgeschobenes Motiv für etwaige Läuterungen und schon sieht sich eine Handvoll potentieller Opfer einem größenwahnsinnigen Peiniger gegenüber.
Waren es in „Saw“ individuelle Sünden der Gepeinigten, zielte man bei „Hostel“ ein wenig auf die Sextouristen, während man hier als fadenscheiniges Argument die Karrieregeilheit aufstrebender Hollywoodkünstler vage anprangert.
Entsprechend bemüht und gleichermaßen zäh wirkt der Streifen letztlich auch.
Im Zentrum des Leidens stehen James (will einfach nur glücklich sein), dessen Schwester Sarah (wäre gern Regisseurin), Vaughn (denkt nur ans Dönern) und Chantelle (möchte als zweite Monroe Karriere machen).
Diese vier tingeln durch Clubs in L.A. bis sie durch einen B-Promi auf eine exquisite Lokalität aufmerksam gemacht werden. Diese entpuppt sich jedoch als von der Außenwelt isolierter Gebäudekomplex, in dem der psychopathische Francis sadistische Spiele unter eigener Regie veranstaltet.
Also auch hier keine Abwechslung im Folterland. Bereits mit dem Intro wird verdeutlicht, dass es sich hierbei nur um eine schnöde Kopie von „Saw“ handelt, wenn Eltern im TV ihre vermisste Tochter suchen und man diese kurz darauf schwer verwundet aus dem besagten Gebäude stürzen sieht, kurz darauf ist sie hinüber.
Bis unsere vier in Gefangenschaft geraten, nutzt man die Zeit allerdings überhaupt nicht sinnvoll. Anstatt den Figuren ein wenig Charakterzeichnung mit auf den Weg zu geben, bekommt man überaus oberflächliche und austauschbare Typen serviert, was für nachfolgende Situationen kaum ein Mitgefühl aufkommen lassen kann, wobei man innerhalb der ersten Viertelstunde ohnehin schon fast das Interesse verliert.
Die Situation der Gefangenschaft und eingebundene Folterspielchen entbehren leider jeglicher Härte und vor allem fehlt dem Ganzen der Drive.
Nachdem man die vier betäubte und in abgetrennte Räume brachte, erwacht Sarah auf einem Stuhl mit zahlreichen Nägeln in der Haut, über die angebrachten Monitore wird sie gezwungen, dem Schicksal ihrer Freunde beizuwohnen, was erst ein wenig fies wird, als man ihr zwei Nägel in die Augenlider piekst.
Weniger schmerzhaft ergeht es den anderen, gerade bei Vaughn ärgert es, dass dieser Typ vollkommen den Ernst der Lage erkennt, eigentlich nach dem Orgasmus beim Liebesspiel mit einer Schönheit dran glauben soll, aufgrund einer Panne aber einfach so aus den Fesseln schlüpft und den Raum verlässt.
Aber auch den übrigen sadistischen Ideen fehlt schlicht das Potential zum Mitfiebern, was allerdings auch an dem Verhalten der vier liegt, denen man zu keiner Zeit Todesangst in den Gesichtern ablesen kann. Da haben zwei entweder die Möglichkeit zur Flucht oder einer gefangenen Person zu helfen, doch anstatt ein wenig in Panik zu geraten, lässt man sich viel Zeit, denkt ein wenig nach und schreitet in aller Ruhe zur Befreiung.
Zu allem Überfluss wird das Geschehen von einem Score unterlegt, der eher an „Yoga-Übungen im Morgengrauen“ erinnert.
Dabei kann man dem Stoff ohnehin nicht Eigenständiges bescheinigen, selbst, als es um das zeitgenaue Öffnen einer Tür geht, klaut man gnadenlos von „Lethal Weapon“ (auf drei, oder drei und…). Zwar können kleinere Kämpfe mit den Gehilfen des Bösewichts noch ein wenig Bewegung ins Spiel bringen, doch innerhalb der überaus kargen Kulissen und den monotonen Spielanleitungen des „Regisseurs“ will einfach nichts Packendes entstehen.
Was Gewaltszenen betrifft, so gibt es zwar ein paar kurze blutige Einstellungen, wie abgebrochene Sektflasche im Mund oder Messer im Auge, doch auf explizites Blutvergießen ist der Streifen wahrlich nicht ausgelegt.
Im Endeffekt muss man sich allerdings die Frage stellen, worauf denn sonst?
Denn die vier können sich weder durch positive Charaktereigenschaften, noch durch ein markantes Äußeres hervortun, gleiches gilt für den sadistischen Regisseur, über dessen Beweggründe man eigentlich nichts erfährt, außer dass die Veranstaltung der eigenen Belustigung dient.
Vor allem mangelt es hier an glaubhaften Emotionen, - Angst und Panik sind bei den Figuren definitiv Fehlanzeige und so darf es auch nicht verwundern, dass man als geneigter Freund dieses momentan angesagten Subgenres so rein gar nicht ins Schwitzen kommt.
Lediglich die letzten Minuten können noch ein wenig Sarkasmus aufweisen, eine Eigenschaft, die man dem Vorangegangenen leider kaum entnehmen kann.
3,5 von 10