Ein im ganzen sehenswerter HK-Rachefilm, der mit einem sympathisch-mysteriösen Simon Yam in der Hauptrolle zu punkten weiß. Der betrügerische Oberbösewicht ist natürlich ein Japaner, der für den Tod von SYs Vater verantwortlich zeichnet. Aber bis Yo, so der Name der Hauptfigur, zu seinem Erzfeind vorgedrungen ist, muss er erst eine Romanze mit einem zufällig ins mörderische Geschehen hineingezogenen Mädel anbahnen. Keine Frage, dass der Dame aufs übelste mitgespielt wird, worauf Yo seinen Retterinstinkt aktivieren muss.
Der Zusammenhang mit dem späteren, schlecht besetzten Actionkitsch "Crying Freeman" will mir nicht so ganz aufgehen, aber auf kullernde Tränchen auf stählernen Killerwangen kann ich auch gut verzichten. Schön und interessant an dem Film ist, dass er in England spielt und man daher mal einen ganz anderen Hintergrund für das gewohnte Schlachtgetümmel (wenn es hier denn mal endlich losgeht) zu sehen bekommt. So findet auch das Endscharmützel in einem spießigen englischen Wohnzimmer statt, das ist doch mal wirklich was neues. Ein Minus des Films ist die anfängliche Langsamkeit. Hier passiert eigentlich kaum etwas, und man stellt sich schon mal auf knapp 90 Minuten Langeweile ein, aber je mehr es aufs Ende zugeht, dreht der Streifen auf. Das etwa 20minütige Finale packt dann richtig zu und lässt es schon mal sehr brutal hergehen. Tritte, Schläge, Schwerthiebe und Schüsse aus nahezu artillerietauglichen Wummen lassen die hässlichen Wände erzittern. Auch wie derb hier teilweise mit den armen Mädchen umgesprungen wird, verdient Erwähnung.
Das Ende ist auch sehr gelungen, insofern man sich fragt, ob es nun eigentlich glücklich ist oder nicht. Ziemlich eigentümlich.
Die deutsche DVD (Atomikfilms) bietet übrigens ein m. E. akzeptables LBX-Bild, der O-Ton ist allerdings sehr dumpf und klingt wie in Watte gepackt.
Alles in allem ein netter Film.