Die Bretonin Bodicia und die Nubierin Mamawi werden von den Römern eingefangen und zusammen mit einigen weiteren Frauen nach Brundisium verschleppt, wo sie auf dem Sklavenmarkt an den wohlhabenden Timarchus verkauft werden. Dieser will seinem von den immergleichen Gladiatoren-Kämpfen gelangweiltem Publikum etwas Neues bieten und kommt schließlich auf die Idee, die Mädels in der Arena gegeneinander antreten zu lassen... Wenn einen hier mal wieder irgendwas direkt umhaut, dann ist es folgende Einblendung während der Titel-Credits: "Director of Photography: Aristide Massaccesi, Editor: Joe Dante"... so'n alter Roger Corman-Streifen ist doch immer wieder für 'nen Aha!-Moment gut, auch wenn sich beide Genannten hier nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben. Darüber hinaus ist "The Arena" aber auch ganz einfach schon deshalb für den Schundfilm-Connaisseur von einem gewissen Interesse, weil hier mit Pam Grier und Margaret Markov das Hauptdarstellerinnen-Duo aus "Frauen in Ketten" erneut einen gemeinsamen Auftritt hat... und zwar innerhalb einer vom italienischen Sandalenfilm beeinflussten Plotte, die daherkommt wie "Spartacus" nach dem Gender-Swap und das Ganze quasi zur historischen Sexploitation werden lässt. Da Corman dieses Mal mit dem in Italien sesshaften US-Schauspieler Mark Damon co-produziert hat, welcher Cast (u.a. "Lady Frankenstein" Rosalba Neri in einer Nebenrolle) und Crew bereitgestellt hat, verbreitet "The Arena" ob der Sets und Drehorte in Rom ein europäisches Flair, das authentischer wirkt als bei so manchem Hollywood-Schinken. So viel zu den positiven Aspekten der Chose, aber die Sache hat natürlich auch ein paar mächtige Haken: Das behelfsmäßige Schwert-Gefuchtel der weiblichen Besetzung außerhalb der Cat-Fights ist (wenn überhaupt) teils erbärmlich choreografiert, während dem Zuschauer über weite Strecken der Laufzeit mit nur in ganz geringem Maß vorhandenen Gewalt- und Nudity-Schauwerten kaum Zucker gegeben wird... was den Eindruck erweckt, dass sich so ein ehemals reiner Sleaze-Hobel nach einem halben Jahrhundert doch tatsächlich überlebt haben könnte, denn heutzutage kommen ja Fernseh-Serien mit mehr Sex und Gore um die Ecke. In typischer Italo-Manier wurde der Streifen ohne Ton gedreht und anschließend nachsynchronisiert, was leider in einer englischen Sprach-Fassung resultiert hat, die immerzu leicht "off" ist und bei der Pam Grier sich nicht mal selbst spricht, was einen schon dezent rausreißen kann. Zwischen solchen kleinen Blaxploitation-Klassikern wie "Coffy - Die Raubkatze" und "Foxy Brown" ist der alles in allem betrachtet recht langweilige "The Arena" in Griers Vita de frühen 70er dann auch eher nur eine Fußnote wert, auch wenn Corman selbst das Ganze doch tatsächlich irgendwie als Beitrag zur Frauenbewegung verstanden wissen wollte. Bittersüß: Die echt superhübsche Margaret Markov hat da kurz im Anschluss leider dem Exploitation-Filmbusiness den schönen Rücken gekehrt, weil - so vermute ich mal - Mark Damon sie quasi vom Set weggeschnappt hat und mit ihr von 1976 bis zu seinem Tod 2024 48 Jahre lang verheiratet gewesen ist... gut für ihn!
3/10