Fast Food Kills. Diese Weisheit wollte uns vor kurzem noch "Super Size Me", mehr oder weniger, vermitteln und schaffte dies auch in einem wunderbaren Dokumentarstil, der doch so einige Denkanstöße in der (vor allem amerikanischen) Bevölkerung gab. Und langsam scheint sich nun auch die Filmindustrie außerhalb der Dokuschiene dafür zu interessieren, denn gleich zwei Filme mit dieser "Message" sollen derzeit die Runde machen. Neben dem anspruchsvollen Drama "Fast Food Nation", welches derzeit in unseren Kinos läuft, bringt die Videothek den Slasherwitz "Drive-Thru", welcher aber natürlich nicht wirklich so etwas wie eine Moral aufzuweisen hat, sondern nur ein Schlitzer ist, der sich das Thema zu nutzen macht, um einen mörderischen Clown im schauderhaften Ronald McDonald-Stil auf die hilflose Teenie-Brut loszulassen. Herausgekommen ist dabei wieder einmal ein recht typischer Slasher, der aber zumindest beim angestrebten Publikum unterhalten kann.
"Drive Thru" erzählt die durch und durch konventionelle Slasher-Story von ein paar Teenies, die sich eines Tages in der Gewalt eines mörderischen Psychopathen befinden, der ihnen ans noch so junge Leder will. In Verkleidung eines Clowns, der das Maskottchen des Fast-Food-Restaurants "Hellaburger" darstellt, jagt er das Teeniemädchen MacKenzie und ihre Freunde immer wieder durch alle möglichen Gegenden und ermordet einen nach dem anderen von ihnen, auf bestialische Art und Weise. Als MacKenzie dem Psycho dann auf die Schliche kommt, ist es fast schon zu spät... Ja, dass kennt man und hat es irgendwie schon tausend Mal hier und da, in ähnlicher Variation gesehen. Ein verkleideter Psycho der der Jugend ans Leder, nein, dass ist nicht neu. Und doch passt das für einen simplen Slasher wie diesen ganz gut ins Konzept, zumal der Clown auch wirklich so etwas wie einen Fun-Faktor besitzt, der durchaus für Unterhaltung sorgen kann. Auf Innovationen und clevere Wendungen wartet man bei Slashern sowieso schon seit langen vergebens, warum also nicht wenigstens mal den Killer ein wenig aufpeppen, wenn auch mit altbekannten Mitteln. Jedenfalls haut der Clown hier schön brav in die passenden Kerben, so das Langeweile nicht wirklich aufkommt.
Zumal auch das Tempo des Films mehr als angenehm ist. Es gibt kein allzu großes Vorgeplänkel hier, sondern es geht von der ersten Minute an zur Sache, ohne das irgendwelche großen Pausen entstehen. Die Figuren werden nur am Rande mal ein wenig vertieft, was mitunter besser funktioniert, als wenn ein Slasher sich erst einmal einzig und allein aufs Figuren vorstellen konzentriert und erst zum Ende hin dann in die vollen langt. Hier ist der Killer jedenfalls ständig präsent und mordet durchaus mindestens im 5-10 Minuten-Takt, was einfach keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Gut so!
Und auch die Kills an sich machen durchaus Laune und sind auch eher von der härteren Sorte. Da wird z. Bsp. mal ein Kopf so mir nichts dir nichts in einem Mikrowellenförmigen Gerät, noch am lebendem Körper, gegrillt, es gibt einige schöne Körper-Zweiteilungen, ein Schlachterbeil das schwer aus einem Kopf eitert und vieles mehr. Durchgehend blutig und mit dem richtigen Drive inszeniert, so das auch der Splatterfan durchaus seine Freude haben kann.
Schade nur, dass zwischen all dem Gekröse für richtige Spannung und Atmosphäre nicht allzu viel Platz zu sein scheint. Denn so richtig frösteliges Mitzittern mit den Charakteren kommt hier leider wirklich nie auf. Auch wenn das Treiben größtenteils im Dunkeln spielt und auch hinter der Kamera durchaus annehmbare Arbeit verrichtet wird, so will der Atmosphärefunken einfach nicht überspringen. Das liegt zum einen am völlig misslungen Einsatz des Scores, der in den entscheidenden Momenten leider immer wieder drögen Metall- und Hardrock-Songs ausweichen muss, die die Killer-Szenen aber akustisch eher zerstören, als das sie diese aufwerten. Zum anderen setzt "Drive-Thru" leider auch viel zu stark auf den im Film vorhandenen Comedy-Part, der aber ebenfalls nicht funktioniert, da es sich bei den Jokes nicht etwa um gelungene Satire handelt, sondern um mitunter äußerst platte Witzchen, die eher an den unterirdischen Comedy-Teil von "Club Mad" erinnert, als an die gelungenen Jokes aus "Scream". Und somit wird leider im Endeffekt doch einiges des sonst recht gelungenen Horrors versaut. Schade!
Zu den Darstellern sei noch schnell das Übliche gesagt. Allesamt sind sie fürs Genre durchaus zu gebrauchen, in größeren Produktionen möchte man sie aber allesamt nicht wirklich wieder sehen, auch wenn die weiblichen Darstellerinnen durchaus Futter fürs lüsternde, männliche Auge sind. Hier sind sie jedenfalls soweit ganz passend aufgehoben.
Fazit: Einigermaßen gelungener Clown-Slasher, der aber wohl nur bei nimmersatten Slasherfans auf Interesse stoßen dürfte. Die Geschichte um den Mörderclown einer Fast-Food-Kette ist völlig konventionell und Ideenlos, passt aber alles in allem dennoch ganz gut, um für annehmbare Slasherunterhaltung zu sorgen. Die Kills sind mitunter recht hart und gut in Szene gesetzt und wurden zudem löblicherweise über den ganzen Film verstreut, so das eigentlich keine Langeweile aufkommt. Schade nur, dass man so etwas wie Atmosphäre eher mit der Lupe suchen muss, da der völlig verpatzte Musikeinsatz hier und da, sowie der schauderhafte Comedy-Part, jeden Ansatz davon im Keim ersticken. Ansonsten aber dürfen Slasherfreaks gerne zugreifen, am besten bei Fritten, Burger und Coke. Alle anderen halten sich aber lieber fern und bleiben bei gesundem Obst und Gemüse!
Wertung: 6/10 Punkte