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Jeder hat mal klein angefangen: sechs Jahre vor seinem großen Welterfolg "Rocky" (1976) war Sylvester Stallone ein ziemlich abgebrannter Schauspiel-Aspirant, dem die Produzenten nicht gerade die Türe einrannten. Als er für eine Gage von schlappen 200 Dollar die Gelegenheit hatte, in dem Softporno "Party at Kitty and Studs" mitzuspielen, sagte er abrupt zu, schließlich war der Kühlschrank leer und der Vermieter stand mal wieder auf der Matte.

Leider hatte der Streifen einen kleinen Haken: er war zu kurz, um als abendfüllendes Programm in die Lichtspielhäuser zu gelangen. Doch die findigen Produzenten hatten auch hier einen Plan: irgendwo in den hinteren Ecken der Filmarchive konnte in unvollständiger Hardcore-Porno mit dem Titel "China de Sade" aufgetrieben werden. Kurzer Hand wurden beide Filme zusammengeschnipfelt, auch wenn die Handlungsstränge rein gar nichts miteinander zu tun haben: lediglich durch einen Off-Narrator kombiniert erzählt "Kitty" die Geschichte eines Heimkehrers aus Vietnam, der mit einpaar Leuten bei sich zuhause eine Sexparty feiert, während es sich bei "China" in erster Linie um einen Pornokrimi aus dem Mädchenhandel-Milieu handelt. Immerhin kam dadurch das lang anhaltende Gerücht zu Stande, Stallone hätte seinen kleinen Rocky tatsächlich vor der Kamera in die Muschis einiger Damen eingeführt. In Wirklichkeit jedoch hat der spätere Actionstar niemals irgendwelche XXX-Szene gedreht!

So gewieft der Plan auch war, so glorreich ging auch diese Idee in die Hose: "Party at Kitty and Studs" war selbst für Genreverhältnisse ein Flop und verschwand kurzerhand wieder dort, wo er hergekommen war - in den Untiefen der Filmarchive. Erst Jahre später, als Stallone mit seinem Boxermelodram zum gefeierten Star wurde, kramte man auch diesen Sexheuler wieder hervor, in der Hoffnung, mit dem mittlerweile populären Namen seines Hauptdarstellers endlich den großen Reibach zu machen. Doch auch dieses Mal war dem Werk kein Erfolg beschieden: die Leute wollte Stallone lieber mit Boxhandschuhen statt im Adamskostüm sehen und so ging die "Party" auch dieses Mal an den Kassen leer aus. Um schließlich doch noch zu etwas Geld zu kommen boten die Produzenten Stallone diesen Film einpaar Jahre später zum Verkauf an - unter der Prämisse, den "Schandfleck" auf seiner weißen Weste endlich beseitigen zu können. Doch der Star lehnte dankend ab. Was sollte der spätere Darsteller von John Rambo und Konsorten auch mit solch einem Holperstreifen in seiner sonst so erlesenen Kunstsammlung? Womit "Party at Kitty and Studs" abermals in den Archiven zu Grabe getragen wurde, wo er bis in die Neunziger hinein daumendicken Staub ansetzen sollte...

Immerhin hielt sich das Gerücht über Jahrzehnte hinweg, Stallone hätte in seiner Frühphase tatsächlich mal in einem Hardcore-Porno mitgespielt. Zumindest einen Akzent konnte dieser billige, langweilige und kuriose Sexstreifen dann doch noch setzen...

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