Ich will jetzt nicht auch noch in den Kanon rund um den Abstieg des hoffnungsvollen Genreregisseurs Tibor Takacs einstimmen, der nach guten Debutfilmen sein Talent verschwendet hat, das ist alles nun schon 20 Jahre her und der Mann hat sich einen Namen gemacht für kostengünstig produzierte Monsterschnellschüsse, bei dem die Viecher samt und sonders im PC entstehen – und für sowas gibt’s offenbar auch einen Markt.
„Deadly Water“ ist nun ein TV-Film geworden und diesmal steht Krake auf der Speisekarte und das ist ja immer gern gesehen, messerscharfe Tentakel und zerquetschte Opfer, das macht Laune. Oder auch nicht.
Fakt ist: „Tentacles“ (wie er hierzulande vermarktet wird) ist im Gegensatz zu so manchem „Nu Image“-Produkt ansehbar, auch wenn das Monster offensichtlich computergeneriert ist, hat man das alles schon viel schlechter gesehen und mulsteriges Wasser und viele Actionsequenzen bei Nacht können auch so manches kaschieren.
Die Story hält man betont einfach und kombiniert einfach die bekanntesten Elemente aus solchen Abenteuerreißern: Schatzsuche – alter Edelstein – Schiffswrack – Böslinge – schnieke Meeresbiologin – Held mit Kindheitstrauma auf Revanchetour, den Rest kann man sich selbst zusammenbasteln.
Die Dialoge sind gewohnt fürchterlich bis abgedroschen, aber technisch und aquatisch ist das eine solide Leistung und hie und da wird auch rumgeschmoddert, vom abgetrennten Kopf über abgebissene Beine bis zum Tentakel das sich vom Nacken zum Mund durchbohrt, insofern kann man auch zwischenzeitlich mal das Husten lassen, das hier in Kanada nach einem griechischen Opal gesucht wird (ja, es gibt dafür eine Erklärung)!
Nicht so gut dagegen ist, daß man sich wirklich nur um die Eckpunkte des Plots gekümmert hat, bei dem die Bösen immer ihr Fett weg kriegen und das Heldenpärchen überleben, aber sonst einiges rätselhaft ist.
Da wäre erstmal die Heldin, die wechselseitig mal Ozeanographin, mal Meeresbiologin, mal Archälogin und meistens Schatzjägerin ist, aber meistens im Bikini rumläuft. Und ihre Assis tragen sogar noch weniger, dafür aber alberne Rattenschwänze am Blondzopf.
Die Fieslinge von der griechischen Reeder-Mafia (oder so...) sind dafür gleich alle in schwarz gekleidet, was die Identifikation viel einfacher macht. Und daß ihnen im Verlauf der Bergung gleich ein halbes Dutzend „henchmen“ durch den Kraken verlustig geht, scheint auch keinen zu interessieren oder mal eine Erwähnung wert zu sein. Im Umkehrschluß hat unsere Wissenschaftstussi jedoch eine millionenschwere Totenmaske bereits geborgen, die jeder haben will, die aber wahlweise im Hotelzimmer oder einer Schiffsschublade verwahrt wird, statt etwa in einem Tresor oder so. Und auch der Kalmar läßt sich gelegenheitshalber mal von einem Tauchermesser abschrecken (weil es piekst ja so...) und quiekt unter Wasser...
...aber es gibt noch größeren Schwachsinn und für einen kostengünstigen Abenteuerabend von Aldi oder Lidl langt das hier noch allemal – wenn man mal von dem blöden „Wir brauchen ein größeres Boot“-Gag absieht, der aber gleich zu Beginn abgefrühstückt wird.
Ich bin mal nett und verteile 4/10 auf der Fastfoodskala, also etwas besser als der restliche „Octopus“-Käse.