Der neunjährige Ray musste zusehen, wie ein Riesenkrake seine Eltern bei einem Segelausflug lebendig verspeiste. Einige Jahre später muss er sich der Vergangenheit stellen, als er auf der Expedition der schönen Nicole anheuert. Diese vermutet nahe des Unfallortes einen Schatz aus dem antiken Griechenland und trommelt eine bunt gemischte Truppe zusammen, um das Artefakt zu bergen. Leider sind dem Schatz auch Seeräuber auf der Spur und dann lauert unter der Wasseroberfläche noch auf alle der Tintenfisch des Todes.
Tibor Takacs hat sich ja in den letzten Jahren als Spezialist für billige Tierhorror- und Katastrophenfilme herauskristallisiert. Meist sind seine Werke dann auch leicht verdauliche akzeptable Genrekost, die man sich ohne Magenkrämpfe zu Gemüte führen kann. Was er allerdings hier mit Deadly Water aus der Taufe gehoben hat, gehört schleunigst wieder versenkt und vom Klabautermann gefressen. Monsterhorrorfilme sind ja seltenst mit einer guten oder wenigstens halbwegs sinnvollen Handlung gesegnet, aber Deadly Water ist einfach nur ein zusammen gewürfelter Mumpitz. Da tummelt sich ein Haufen Ozeanographen, die allesamt wie aus dem Bademodenkatalog gepellt aussehen und auch genauso rumlaufen, überwucherten Plunder auf den ersten Blick als trojanische Kriegsmaske verifizieren (Die Handlung spielt wohlgemerkt im Norden Kanadas) und sich hauptsächlich mit Schatzsuche beschäftigen. Die Drehbuchautoren versuchen sich zwar an einer internen Erklärung, die allerdings genauso hanebüchen ist, wie eine Doktorarbeit von Politikern.
Mit Tierhorror hat der gesamt Film eh nicht allzu viel zu tun. Der titelgebende Riesenkrake schaut nur kurze Zeit für den Teaser und zum Finale herein und lässt während der restlichen Zeit die Story munter vor sich hin stümpern. Aber ok, wenn man auf die plumpen Dialoge über Wasser eingeht, würde ich an seiner Stelle auch ganz tief abtauchen, denn im sehr langen Mittelteil geht’s eigentlich im wesentlichen nur um eine aufkonstruierte Love Story und ein Mafia Subplot ohne weitere Spannungsmerkmale, dargeboten in einem Tempo das nur in cm/h gemessen werden kann.
Der Kraken an sich ist natürlich mal wieder eine Kreatur aus dem PC, die dank der geringen finanziellen Möglichkeiten der Produktion auch eher mäßig gelungen ist, man achte nur auf die Interaktion mit den realen Darstellern, das hat schon was von trashigkeit. Auch die aufkopierten Flammen sind ein Grinser wert, denn natürlich hatte keiner Kohle ein echtes Boot zu versenken. Viel gekostet haben können auch die Schauspieler nicht. Das Ensemble macht einen nicht übermäßig talentierten Eindruck, obwohl doch einige ältere Hasen in dem Geschäft mit dabei sind, lassen doch besonders die Damen lieber ihren Bikini spielen, als durch Mimik zu glänzen.
Der einzige Plusplunkt der mir aufgefallen ist, sind die Unterwasseraufnahmen. Da wird dann zwar recht dreist versucht die legendäre Harpunenschlacht aus James Bond zu kopieren, allerdings entstehen da die wenigen Momente die man mit Spannung umschreiben könnte, aber wenigstens konnte man sich gutes Unterwasserequipment leisten. Ebenfalls immer wieder lustig anzuschauen, wie sich die Komparsen immer die größte Mühe geben, selbst beim winzigsten Ruckler eines Bootes spektakulär ins Wasser zu fallen um zu Kalamarisushi zu werden, was unser Krake dann auch pflichtschuldigst erledigt, außer natürlich beim lächerlichen Ende, wo mit aller Gewalt ein Happy selbiges erreicht werden mußte.
Deadly Water ist einfach nur ein billiger DTV Beitrag ohne eigenen Ideen und etwa so aufregend wie zwei Stunden Aquarium kucken. Gibt haufenweise bessere Tierfilme.
2/10