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Das Kinderbuch, sowie die Fernsehserie und der Film "Lauras Stern" begeistern nach wie vor Millionen von Kindern. Die Geschichte von einem kleinen Mädchen, dass ihren besten Freund in einem Stern findet, der vom Himmel gefallen ist, ist fantasievoll, birgt Sympathie und ist einfach rundum bestens auf Kleinkinder abgestimmt worden. In einer Zeit wo sonst nur Power Rangers & Co. angesagt sind, ist dies jedenfalls ein wahrer Glücksfall. Und wie so oft bei Kindersachen, gibt es natürlich auch von Laura eine "Weihnachtsedition", namens "Lauras Weihnachtsstern", der dieses Jahr den Weg in unsere Videotheken geschafft hat. Und auch dieses mal stimmt es wieder, was der Film unseren Kindern inhaltlich beschert. Doch leider bringt er dies dieses mal auf eine gar hässliche Art herüber, nämlich schlecht computeranimiert.

Ja, bei "Lauras Weihnachtstern" stehen die nette Story und die unglaublich hässliche Darbietung sich im krassen Gegensatz gegenüber. Storymäßig jedenfalls ist nichts auszusetzen. Wie es sich für eine niedliche Weihnachtsgeschichte gehört, geht es natürlich auch hier wieder um den Weihnachtsmann, denn Laura und ihre Familie bleiben auf der Fahrt zu ihrer Winterhütte mit im Wald mit ihrem Auto liegen. In der Nähe allerdings befindet sich ein gemütlich wirkender Hof, der von einem netten alten Mann geführt wird, der der Familie gerne Unterschlupf gewährt. Laura kommt dieser Mann allerdings merkwürdig vor und sie ist sich ganz sicher, dass es sich bei ihm um den echten Weihnachtsmann handelt. Also macht sie sich, zusammen mit ihrem Stern, daran das Rätsel zu ergründen... Fantasiereich, niedliche Figuren und nette, gewaltfreie Einfälle, dass sind die Zutaten die bereits "Lauras Stern" auszeichneten und die natürlich auch bei ihrem Weihnachtsstern zur Geltung kommen. Die Geschichte wurde wirklich von vorne bis hinten wunderbar durchdacht und bietet idealste Kinderunterhaltung, so wie man sie sich als Elternteil nur wünschen kann.

Zudem sind auch die weihnachtlichen Ansätze durchgehend ordentlich ausgefallen. "Lauras Stern" ist eine deutsche Produktion und so gibt es natürlich auch hier nicht sonderlich viel Prunk und Glanz, sondern Gemütlichkeit durch Schnee, warm wirkende Hütten und nur selten Kitsch, wie z. Bsp. die Träume von Laura, bei denen sie die kurzzeitig die glitzernde Welt des Weihnachtsmannes vor sich hat. Alles in allem ist die Ausschmückung also schön schlicht ausgefallen, so das man sich vor Überzuckerung keine Sorgen machen braucht. Zumal die Musikuntermalung auch wirklich Weihnachtlich klingt, hauptsächlich wird das amerikanische, traditionelle Lied "God rest Ye merry Gentlemen" dazu genutzt. So muss das sein.

Doch warum, um alles in der Welt, musste man Lauras Weihnachtsabenteuer fast rein am Computer animieren? Sicher, Computeranimationen sind In und die 2D-Zeichentrickkunst stirbt leider immer mehr aus, aber gerade "Lauras Stern" gefiel doch so sehr, durch seine altertümlich anmutende Zeichentrickkunst, die noch so war, wie man sie früher geliebt hat. Doch hier haben wir es nun nur noch mit Computerfiguren zu tun, die zudem wirklich schlecht in Szene gesetzt wurden. Zwar sehen die Figuren in ihren Gründzügen immer noch so aus, wie man sie vom Papier her kennt, doch ihre Bewegungen sind auf Anfängerniveau. Keine Figur bewegt sich hier irgendwie flüssig, an mancher Stelle stockt der Bewegungsablauf doch gar sehr und man hat das Gefühl, dass für die Animierung der Figuren wirklich uralte Rechner benutzt worden. Dazu eine schlechte Kameraführung, eine grob und plump wirkende Umgebung und vieles mehr. Der Charme und die Freude jedenfalls, welche noch der Kinofilm hervorrufen konnte, sind dadurch zerstört. Nicht alles kommt gut, wenn es computeranimiert wird, schon gar nicht, wenn es auf eine so schlampige Art und Weise daherkommt.

Etwas retten kann da höchstens noch die Synchronisation, die dagegen wieder einmal höchst professionell anmutet. Alle bekannten Stimmen konnten wieder verpflichtet werden und wirklich jeder Sprecher legt passende und glaubwürdige Arbeit ab. Deshalb gibt es wenigstens auf akustischer Basis nichts zu meckern.

Fazit: Auch "Lauras Weihnachtsstern" vermittelt wieder die bekannten Werte, die schon "Lauras Stern" auszeichneten. Eine unglaublich gefühlvolle, fantasiereiche und liebenswerte Geschichte, die vor allem unseren Kleinsten zu leuchteten Augen verhelfen dürfte und die auch den Eltern Spaß macht, erhöht die Vorfreude aufs Fest trefflich. Warum man diese Freude allerdings durch furchtbarste Computernimationen der untersten Entwicklungsstufe, die zudem nicht einmal flüssig daherkommen, sondern mitunter Stocken bis zum geht nicht mehr, wieder zerstören musste, ist mir ein Rätsel. Man kann nur hoffen, dass die Macher sich hiernach wieder auf die alten Werte der handwerklichen Zeichentrickkunst konzentrieren, denn dann könnte der nächste Laura-Film sicher auch aus optischer Sicht wieder beste Familienunterhaltung werden. So wie hier, wird das jedenfalls nichts.

Wertung: 5/10 Punkte

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