Review

Vampire mal anders – das muß nicht immer von Maggi oder Knorr kommen, das gibt es auch in „Dark Species“, in welchem die alten Lutscher sich der Öffentlichkeit längst offenbart haben und mit Blut-Surrogat über die Runden kommen, um ein friedvolles Miteinander mit der normalen Menschheit zu leben. Wäre...ja wäre da nicht irgendein Bösling, der nach alter Beißermanier Unruhe ins Feld streut, um zu vertuschen, daß irgendein Schlimmvirus die Sauger auszuschalten...oder ist es am Ende doch die Menschheit, die ins Gras beißen muß.

Vielleicht keine so schlechte Prämisse, geeignet sogar für eine passable TV-Serie, denn hier tun sich ein schwarzer Cop und ein Vampir zusammen, um Teamfähigkeit bis aufs Blut zu testen. Nur leider krankt das leukozythische (bitte nachschlagen) Buddy-Movie an extremem Geldmangel, weswegen man es in irgendeiner obskuren Ostrepublik (vermutlich Rumänien) runtergehauen hat, wo viele arme und sinister aussehende Knallchargen für wenig Geriebenes zur Verfügung stehen und gleichzeitig noch reichlich halbzerfallene Edelvillen von anno dunnemahl mittels Grau- und Blaufilter so eingeraucht werden können, daß damit die atmosphärischen Vorstellungen von irgendwelchen Regiewichteln ausgelebt werden können.

Hier regiert ein seltsam totalitäres Regime, das seinem Polizei- und Geheimdienstapparat ständig ein paar starke Aufbausprüche in die Ohren pustet, während die Jungs in einem offenbar stillgelegten Krankenhaus (oder vielleicht wars auch die Bukarester Atomschmiede) so tun, als wäre dies ein Bürogebäude. Die Ausstattung kränkelt an Auszehrung entlang, die Nebenrollen sind gruselig anzuschauen und spielen dementsprechend und die Actionszenen simulieren Matrix-Tricks mit veritabler Zeitlupe und ohne Finesse.
Da darf natürlich auch die an „Blade“ gemahnende Techno-Club-Szene nicht fehlen, in dem sich die „next generation“ ex-kommunstischer Frischjugend jenseits der Porno-Industrie ein Stelldichein gibt.

Nebenbei fragt man sich, warum die Beißer wie ehemalige Ghetto-Insassen in einem verfallenden Dorf herumhocken, dem man die Entvölkerung allerorten ansehen kann – so traurig und unzufrieden, wie dort alle aussehen, fragt man sich, warum die ihrem Frust nicht freien Lauf lassen – Hooligans und rechte Schläger schaffen es doch auch.

Der Plot dabei ist dürftig und verlegt sich auf ach so dolle Wendungen, planlos und reizlos inszenierte Ballereien an einem Bahnhof werden krampfhaft in die Länge gezogen und hin und wieder schleudert man einen Hauptdarsteller durch die Luft, als würde er Riesensprünge machen – klappt aber nicht. Am Ende siegt natürlich das Gute, aber trotzdem wirkt das alles so zusammengestoppelt, als wollte man aus Nichts das Beste machen, doch das ist noch ein Stück unter einer gängigen Franco-Produktion einzuordnen, die in Portugal vorgibt, in Italien zu spielen. Das Beste daran ist noch Asienstar Bai Ling, die in diversen Fetischklamotten und unter Tonnen von übertriebenen Make-Up sich auf den schwarzen Cop im Fünfziger-Jahre-Trench wirft.
Ungewollter Trash und die Gewißheit, daß kostengünstige Produktionen im Düsterlook noch lange kein Garant dafür sind, daß man sich das Ergebnis schmerzfrei ansehen kann. (2,5/10)

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