Review

"If your daddy knew exactly how stupid you were, he'd trade you in for a pet monkey."

Obwohl Steven Seagal für seinen Öko-Actioner "Auf brennendem Eis" nur Missgunst erntete und auch von seinen Fans kritisiert wurde, hat ihn das nicht aufgehalten nochmal in die selbe Richtung zu gehen. Dieses Mal hat er die Sache aber dezenter angepackt. Leider gilt gleiches für den Actionanteil.

Der Umwelt-Marshall Jack Taggert wird auf Grund eines mysteriösen Mordfalls in eine Kleinstadt irgendwo in Kentucky gerufen. Die Behörde vermutet das der Minen-Tycoon Orin Hanner in den nahegelegenen Minenschhächten Giftmüll im großen Stil lagert. Da ihm nichts nachzuweisen ist, schicken Sie ihren besten Mann. Doch Taggart trifft erstmal auf taube Ohren bei den Einwohnern. Bis das erste Unglück geschieht...

Zeigte Seagal schon in "Glimmer Man" ein wenig mehr von seinen schauspielerischen Ambitionen, geht er hier noch einen Schritt weiter. Da die Story mehr Richtung Krimi tendiert, geht es am Anfang erstmal darum zu ermitteln. Steven befragt die Leute in der Stadt, legt sich mit der Polizei an und trifft eine Frau. Ja richtig! Seagal verliebt sich nämlich in die von der Gesellschaft ausgestoßene Dame und flirtet was das Zeug hält. Dabei ist sein Spiel eher durchwachsen. Schafft er es hin und wieder seine Dialoge gut rüberzubringen (besonders die Szenen in denen er einen der witzigen Oneliner vom Stapel lässt sind gut gelungen), gibt es allerdings ebensoviele Szenen in denen er schlichtweg überfordert ist. Als Bösewicht im Hintergrund hat man Kris Kristofferson an Board geholt, was eigentlich eine gute Idee war. Der überzeugt in seinem Part als geldgieriger Minen-Tycoon vollkommen. Wenn er ständig seinen Sohn und Schlägertrupps zur Sau macht, sieht man ihm an das er an der Sache seinen Spass hatte. Weiterhin erwähnenswert ist nur noch Marg Helgenberger, die Seagals Love-Interest verköpert. Schwach und depressiv tut sie sich als einzige richtige Schauspielerin hervor. Der restliche Cast besteht nur aus den typischen Handlangern und Dorfbewohnern, von denen zwar niemand richtig schlecht spielt, aber auch nicht wirklich gut.

Wie siehts nun mit der Action aus? Normalerweise das Highlight aller Seagalfilme, tritt man hier einen Schritt kürzer. Die Action ordnet sich nämlich hinter der Story an. Man bekommt hin und wieder einen kurzen Fight von Seagal, die zwar immer noch gut sind, aber nicht so brutal und lang wie gewohnt. So vermöbelt Seagal 2 Drogen-Anbauer, gibt dem lokalen Schläger Quartett kräftig eins mit einer Stange auf die Mütze und trifft gegen Ende nochmal auf eine Gruppe Sicherheitsleute. Ist das zwar immer noch mehr, als in seinen späteren Filmen, ist man, von seinen früheren Werken verwöhnt, erstmal enttäuscht. Die Verfolgungsjagd und große Schiesserei am Ende, kann auf Grund ihrer Kürze dann auch nicht mehr viel retten.

Was den Film aber für mich gerettet hat, ist die wirklich tolle Atmosphäre. Die ländliche Gegend hat man in schönen Bildern eingefangen und man hat es geschafft das Lebensgefühl dieser Kleinstädte auf Film zu transportieren. So gibt es eine alte Kirche, wo sich die Gemeinde am Sonntag zusammenfindet, ein hübsches Setting hat man in der staubigen Kleinstadt gefunden und von Zeit zu Zeit kriegt man gute Naturaufnahmen präsentiert.

Den letzten Schliff bekommt der Film aber durch seine Musikuntermalung. Bin ich sowieso ein Fan von Countrymusik, läuft hier dauernd irgendein tolles Lied. Sogar Seagal selbst hat ein Lied eingesungen und beweist das er neben Martial-Arts auch die Gitarre beherrscht. So ist es auch nicht verwunderlich das der ein oder andere Countrymusiker eine Nebenrolle bekommen hat.

Trotz wenig Action ist am Ende ein guter Öko-Krimi rausgekommen, der durch seine tolle Atmosphäre und Musik seine Unzulänglichkeiten in der Story wieder wett macht. Dies sollte dann auch für längere Zeit der letzte gute Seagalfilm sein, was ihm nochmal eine besondere Stellung verleiht.

7/10

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