Review

Der vom ZDF in Auftrag gegebene und Regisseur Josh Broecker umgesetzte Film "Hunde haben kurze Beine" hält nicht im Mindesten, was der Filmtitel verspricht - zum Glück (wer gibt Filmen so extrem abschreckende Namen???)!
Zwar tragen wahrlich kurze Hundebeine deutlich zum Gelingen des Filmes bei, dennoch ist dies nicht das einzige Pfund, mit dem die erstaunlich gut gelungene TV-Produktion wuchern kann.
Hauptdarsteller Tim Bergmann als Thomas liefert eine durchgehend überzeugende Leistung ab und wird durch wunderbar agierende "Nebendarsteller" gestützt, wobei diese wegen ihres eigenen guten Spiels kaum als Nebendarsteller gesehen werden können. Überzeugen konnten vor allem Anne Luise Tietz (als Hannah) und Philipp Sonntag (als Onkel Ebi). Beide gaben auf ihre eigene erfrischende Art diesem Film einen gewissen Charme, der nur noch von dem (zugegebenermaßen nicht gerade sehr ästhetischen, nichtsdestoweniger charismatischen) Hund Bruno (als Hoss) übertroffen wurde. Es stimmt eben häufig doch - es gibt einen "Hundebonus".

Unabhängig davon war allerdings auch die Story nicht allzu dünn (bezogen auf das Genre) und durchgängig. Auch wenn, wie wohl in allen romantischen deutschen Filmen, das unausweichliche "Happy End" diesen Film schloss, so blieb doch auch ein etwas nachhaltigerer Eindruck als sonst üblich und konnten die tiefsinnigen Ratschläge von Onkel Ebi aufzeigen, dass selbst in der vermeintlich "heilen Welt" Schlaglöcher lauern, die erst mal umschifft werden müssen.
Ein wenig zu vorhersehbar, aber dennoch genre-untypisch weist die Handlung diesbezüglich auch zumindest ein-/zweimal Besonderheiten auf.
Selbstredend nur, um dann anschließend wieder in umso ruhigere und klischeehaftere Fahrwasser zurückzukehren.
Doch dies tut dem unterhaltsamen und familientauglichen Film wenig Abbruch, sofern man denn bereit ist, sein Potenzial zu erkennen und die Aussage, die der Film treffen möchte, wahrzunehmen.
Nicht alles läuft im Leben so, wie man es möchte. Der Blick nach links und rechts ermöglicht einem neue Perspektiven. Es ist nicht immer möglich, alle Wünsche im Leben unter einen Hut zu bringen. Und wenn man etwas wirklich will, lohnt es, sich dafür einzusetzen und auch einmal etwas anderes dafür aufzugeben. Tja, und Garantien gibt's nur auf technische Geräte - für Beziehungen ist immer der Mensch selbst verantwortlich!
Ja, auch dies ist sehr klischeehaft, das gebe ich zu. Doch in unserer zunehmend konsumgetriebenen, sozial kälter werdenden Gesellschaft ist es in meinen Augen kein echtes Manko, auch zum 100sten Mal an Werte zu erinnern. Jedenfalls, wenn es so charmant passiert wie hier....

Fazit: Spektakuläres darf der Zuschauer nicht erwarten, doch aufgrund der überzeugenden Schauspieler lässt sich die gut umgesetzte Story in verbraucherfreundlichen 90 Minuten angenehm genießen - gerade noch 7,5/10 Punkten.

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