Knallharter, simpler Sci-Fi-Actioner von „Event Horizon“ Regisseur Paul Anderson, der sich klar an den Genrefan richtet.
In der Zukunft: Todd (Kurt Russell) wurde von Kindheit an zum Soldaten erzogen, zusammen mit einer Horde Gleichaltriger. Nun bilden sie die Elite des Heeres. Die Ausbildung und die darauf folgenden Actionszenen, welche Todd und seine Mannen im Einsatz zeigen, sind atmosphärisch dicht und unterhaltsam gemacht. Mainstream-Zuschauer werden sich vermutlich an der nüchternen Darstellung des futuristischen Militärregimes und der Kompromisslosigkeit der Methoden stoßen, aber für die ist dieser Film einfach nicht gedacht.
Doch das Regime geht noch eine Stufe weiter und züchtet genetisch erzeugte Soldaten, die selbst Todd und seine Truppe alt aussehen lassen. Bei verschiedenen Test unterliegt Todd dem Zuchtprodukt Caine 607 (Jason Scott Lee) und wird nach einem Kampf mit Caine für tot gehalten. Die Tests bieten ebenfalls unterhaltsames Kräftemessen ohne Längen.
Todd wird schlicht und einfach mit anderem Schrott auf einem Müllplaneten abgeladen. Dort trifft er auf einige Siedler, die zwischen den Trümmern ein unbehelligtes Leben führen. Widerstrebend wird er in die Gemeinschaft aufgenommen. Doch wenig später erblickt das Regime den Planeten und beschließt seine Soldaten an den harmlosen Siedlern zu testen...
Einen großen Teil von „Soldier“ nimmt der Part ein, in dem Todd mit den Siedlern zu recht kommen muss und dabei seine menschliche Seite wieder entdeckt. Das Ganze hat Paul Anderson auch recht ambitioniert gefilmt und versucht seine Botschaft rüberzubringen, aber es gelingt ihm nur halbwegs, da er sich ein wenig holprig anstellt.
So hat dieser Part auch einige kleine Längen, ehe dann zum großen Finale geblasen wird. So ist der Film ziemlich kurzweilig und baut auch eine solide Spannung auf ohne sich freilich mit Genregrößen messen zu können. Langeweile kommt keine auf, auch wenn die Story keinen Blumentopf für Innovationen oder Überraschungen gewinnt.
Die Action hingegen kann Fans des Genres begeistern. Auf harte Weise rückt Todd seinen Gegner mit einem recht umfangreichen Arsenal von Messern über Uzis bis hin zu futuristischen Wummen zu Leibe. Die Actionszenen sind dabei sehr stilvoll in Szene gesetzt worden und bieten einige gut choreographierte Shoot-Outs und Kämpfe. Allerdings kommt der meiste Teil der Action erst zum Schluss. Zu empfehlen ist natürlich die uncut Fassung (z.B. britische DVD), aber die deutsche FSK 18 Fassung ist zum Testsehen geeignet, da geschickt gekürzt wurde und seltsamerweise einige der härtesten Momente (Kehlenschnitt, Propeller) unberührt blieben.
Kurt Russell ist als „Soldier“ alles anderen Mimik-Gigant, aber seine Aufgabe (grimmig gucken und Gegner umnieten) erledigt er par excellence – mit ähnlich wenig Worten wie Arnie in „Terminator“. Die bewusst als Knallchargen angelegten Bösewichte können überzeugen, vor allem Gary Busey („Alarmstufe: Rot“, „Predator 2“) als Soldat mit Bauernweisheiten von Vati. Die restlichen Schauspieler (u.a. Connie Nielsen, Sean Pertwee und Jason Scott Lee) bringen ebenfalls überzeugende Performances.
„Soldier“ ist knalliges Action-Entertainment für den Genrefan – ohne große Worte, aber unter sicherer Regie und mit knüppelharten Auseinandersetzungen.