"Er zeigt, wie Menschen durch den Krieg entmenschlicht werden." (Paul Anderson über seinen Film "Soldier")
Ob der gute Paul hier ehrlich Botschaften vermitteln wollte, ist fraglich, denn ist es nicht eigentlich die Ausbildung, die den Soldaten ihre Menschlichkeit in "Soldier" hauptsächlich entzogen hat? Allgemein beinhaltet das obrige Zitat eine wahre Aussage, aber in diesem Film ist sie leider nicht vordergründig zutreffend. Um so mehr bewahrheitet sich die Vermutung, dass die Einbringung einer Message eher aus Alibizwecken stattfand. Aber sei es drum, Fakt ist zumindest, dass man sich nicht nur auf ein stupides Geballer einließ und Botschaften versucht, zu vermitteln. Die da allerdings wären: Die Zerstörung der Persönlichkeit eines Soldaten durch die Ausbildung und die Tatsache, dass im Militär mehr materielle als menschliche Dinge im Vordergrund stehen. So wird Kampfmaschine Todd dann ausrangiert, weil er aus Sicht des Militärs uneffektiv gegenüber der neuen Generation von genetischen Supersoldaten ist und landet schließlich als "Müll" auf einem Abfallplaneten.
Der weitere Plot ist dann möglichst simpel gestrickt, um allmählich zum eigentlichen Ziel, der (harten) Action, zu gelangen. Diese wartet dann pompös mit Shoot-Outs und großen Explosionen auf, die gut in Szene gesetzt werden, bezeichnend eigentlich für die gesamte gute Inszenierung des Streifens. Optisch arbeitete man mitunter auch mit teilweise eingesetzten Zeitlupensequenzen und einem leicht bräunlich-orangen Farbfilter, der die Einöde intensiver darstellt.
Die schauspielerischen Leistungen genauer betrachtet, sollte man Kurt Russells Darstellung hier nicht überbewerten. So viel Talent gehört ja nun nicht dazu mit nur einer Miene im Gepäck fast ausschließlich wortlos in die Kamera zu schauen, um die Gefühls- und Emotionskälte des Soldaten Todds glaubhaft darzustellen. Der Rest der Akteure wirkt zudem etwas klischeehaft. Was soll man sich bei einer Figur wie einem kaltherzigen Colonel mit Schnauzer verkörpert von Jason Isaac schon denken? Geht es nur mir so oder erinnert der ziemlich stark an einen gewissen Diktator des schwarzen Kapitels der deutschen Geschichte?
Fazit: Optisch und akustisch kann man sich nicht beklagen, doch die angeblich vordergründige Ernsthaftigkeit der Überbringung der hier vorhandenen Botschaften will ich mal in Frage stellen, gerade weil Herr Anderson selbst diese anscheinend in seinem eigenen Film nicht wirklich entdeckt hat.