Wer sich unter Filmen von Hammer atmosphärisch stimmige Gothiks mit Vampiren und Frankenstein vorstellt, wird sich sicherlich mit diesem Schätzchen schwer tun. Wer aber nichts erwartet außer ein paar netten Einfällen und zudem eine hohe Trash-Akzeptanz sein eigen nennt, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen. Er bietet eine absurde Mischung unterschiedlichster Genres, die man nicht mehr oft in aktuellen Produktionen findet.
Zu Beginn ist es ein (schwaches) Drama über die Fluch gescheiterter Existenzen auf einem Seelenverkäufer. So richtig glaubwürdig kommt keiner der Charaktere rüber (auch Knef nicht), aber bitte, wir wollen ja auch nicht Casablanca gucken. Das Schiff hat neben den Langweilern eine Phosphor-Ladung an Bord, die bei Wasserkontakt explodieren würde. Prompt schlägt das Schiff leck (unglaubwürdig) und gerät in einen Sturm. Teile der Mannschaft meutern und setzen sich ab, was die Zahl der Akteure überschaubarer macht. Diese beschließen, selbst ihr Glück mit einem Rettungsboot zu versuchen und überlassen das Schiff seinem Schicksal. Nun wird es Zeit für die ersten Bestien. Haie (haha) fressen einen Arzt, aggressiver Seetang, der alles umschließt und das Rettungsboot unmanövrierbar macht, verquetscht einen Seemann. Doch Rettung naht. Mitten in dem Seetang finden unsere Skipper ihr Schiff und den an Bord verbliebenen Steward wieder. Man hätte sich die kleine Exkursion also sparen können...
Aber wir wollen mehr von dieser unglaubwürdigen Geschichte! Ein Gummioktopus mit herrlich billigen Leuchtaugen holt sich einen Passagier, der sowieso unsympathisch rübergekommen ist (weil er unsere Hildegard zum Sex gezwungen hat - unerhört). Das Schiff strandet an einer von Seetang umgebenen Insel und befindet sich in der guten Gesellschaft anderer Wracks aller Epochen. Es kommt nun, so zirka nach einer Stunde Filmdauer, zu leichten Langeweileerscheinungen. Diese sind schnell überwunden, als eine nett anzusehende Frau mit Luftballons an den Schultern und sehr breiten Schuhen auf das Schiff zustürzt (alleine diese Ausstattung, um nicht in dem Seetang unterzugehen, ist einige Punkte wert). Sie wird von Conquestadores verfolgt, die recht zügig von der Schiffsbesatzung erledigt werden. Es stellt sich heraus, dass diese Nachfahren spanischer Eroberer, von einem Inquisitor und einem unglaublich nervigen Infanten regiert, alle anderen Menschen der Insel unterdrücken. Grund genug, hier etwas für Recht und Ordnung zu sorgen. Wir haben ja Gott sei Dank noch den Phosphor.
Nichts an diesem Film ist glaubwürdig, die Geschichte hahnebüchend und die Tricks aus der untersten Schublade. Der Kampf zwischen einer Riesenkrabbe und einem Riesenskorpion ist eine Trash-Perle sondersgleichen. Und trotzdem hinterlässt der Film ein angenehmes Gefühl. Man fühlt sich Jahre zurückversetzt, wo noch möglichst viel in einen Film hereingestopf wurde (ob es Sinn macht oder nicht) und wo es eben kein Geld für tolle Effekte gab. Deshalb 7 von 10 Punkten von einem, der guten Schrott zu schätzen weiß. Für die Denker unter uns sei gesagt, dass dieser Film nie für einen Grimme-Preis in Frage käme. Für die gilt: Finger weg oder schade ums Geld!