Review

Wer nach „Running Scared“ bei „The Death and Life of Bobby Z“ wieder einen gelungenen Actionfilm mit Paul Walker erwartete, der wird vom Ergebnis ernüchtert.
Besagter Bobby Z ist eine Ikone unter den Dealern, doch verschwunden – manche munkeln er sei tot, andere glauben er habe sich nur versteckt. DEA-Agent Tad Gruzsa (Laurence Fishburne) glaubt ersteres, braucht Bobby Z aber für einen Gefangenenaustausch. Der junge Gefängnisinsasse Tim Kearney (Paul Walker) sieht ihm ähnlich und muss schnellstens aus dem Knast, nachdem er einen Anführer einer kriminellen Rockerbande bei einer Auseinandersetzung dort tötete. Soweit die Vorgeschichte, welche die Einleitung recht flott erzählt und die Lust auf mehr macht.
Also bringt man Tim im Eilverfahren alles über Bobby bei und schickt ihn zu dem Austausch, wo er gegen Gruzsas Partner bei einem Drogenbaron getauscht werden soll. Doch plötzlich schießt dieser um sich, killt seinen Partner und will auch Tim töten, der mit knapper Not entkommt. Nebulös sind Gruzsas Motive, noch nebulöser der megafette Goof, dass sein Gewehr keine Zieleinrichtung besitzt, sein Blick auf die Szenerie immer mit einem Fadenkreuz gezeigt wird.

Tim wird von den Schergen des Drogenbosses eingesammelt wird, auf eine Hacienda gebracht und umsorgt. Doch von einer Ex-Flamme Bobbys erfährt er, dass der bald wiederkehrende Drogenbaron ihn tot sehen will, weshalb er bald wieder flieht…
Also hat der Flüchtende bald korrupte DEA-Agenten, die Rockerbruderschaft und die Häscher des Drogenbarons auf den Fersen und muss herausfinden, was eigentlich gespielt wird. Nicht gerade originell die Geschichte und leider auch wenig peppig erzählt. Wenn man zum Ende erfährt, was die Chose soll, interessiert es den Zuschauer schon nicht mehr, zumal die Seitenwechsel und Intrigen mancher Figuren schon am Rande einer Farce rangieren – doch treu-doof fällt der Held immer mal wieder drauf rein. Doch egal wie viele forcierte Wendungen auf den Zuschauer eindonnern, „The Death and Life of Bobby Z“ ist einfach schleppend inszeniert.
Dazu kommen noch eklatante Logiklücken, welche die schlappe Story noch weiter herunterziehen. Normalerweise ist der Held klüger als die Widersacher, doch hier stellt sich das Feindvolk einfach noch dümmer als der ständig Fehler machende Held an: Am liebsten greift man unentdeckt an, drückt nie ab, wenn man den Helden vor der Flinte ab, verrät sein Versteck und lässt sich mit den einfachsten Mitteln übertölpeln – selbst die angeblich verruchtesten Killer lassen sich von dem unerfahrenen Sunnyboy überlisten.

Logiklücken hat man bei Filmen wie „Phantom Kommando“ auch erduldet, doch ließ derartige Actionware es immerhin zünftig krachen und auch da fehlt es „The Death and Life of Bobby Z“. Es geht nur selten rund, wenn dann immerhin gut inszeniert. Derbe, auf realistisch getrimmte Nahkämpfe wechseln sich mit kurzen, Schusswechseln und recht gut gemachten Verfolgungsjagden ab, doch viel davon gibt es halt nicht. Größte Enttäuschung der Showdown, statt einer vernünftigen Konfrontation gibt es ein Mexican Standoff, das auf doofe Weise aufgelöst wird.
Paul Walker kann keinesfalls an seine „Running Scared“-Leistung anknüpfen, schlägt sich aber immerhin noch ganz solide, holt aus den verkrüppelten Ansätzen menschelnder Subplots noch ein wenig raus, doch er kann es besser. Laurence Fishburne ist verhältnismäßig mau, Keith Carradine routiniert, aber er bleibt kaum im Gedächtnis. Selbiges gilt für die meisten Darsteller, egal ob in weiteren Haupt- oder Nebenrollen.

Die Action in „The Death and Life of Bobby Z“ ist gut gemacht, aber kommt leider viel zu kurz und das ist angesichts des schlappen Scripts nicht gut: Viele Längen und unglaubliche Logikfehler rauben dem Plot seine Spannung, da hilft auch die ordentliche Inszenierung nichts. Unterer Durchschnitt und schnell wieder vergessen.

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