Der ehemalige Polizist Travis Blackstone versucht, seinen Bruder Franklin vor dem Gefängnis zu schützen. Er vernichtet dubiose Beweismittel der Polizei im Kampf gegen ein Drogenkartell. Dafür wandert Travis selbst ins Gefängnis. Nach fünfzehn Jahren Haft kehrt er zurück in seine Heimatstadt, um ein bescheidenes gesetzestreues Leben zu führen. Doch dann taucht Franklin erneut auf. Er bittet Travis, sich gegen eine Horde skrupelloser Killer zu stellen, da er fünf Millionen US-Dollar der Mafia unterschlagen hat. Travis macht sich sofort auf den Weg, seinen Bruder zu schützen und die Millionen wiederzugewinnen.
Hach ja die Jugenderinnerungen. Vor ewigen Zeiten hatte ich diesen Film bereits noch auf dem alten Medium Video schon mal zu Gemüte geführt und war recht überrascht diesen jüngst in der Nachtschleife von RTL II wiederzufinden. Ok, Rekorder angeschmissen und auf selige Erinnerungen gehofft, die aber jäh zerstört wurden, denn diese FSK 16 Version (wenn nicht sogar noch tiefer) nimmt dem Film wirklich jede Seele. Sämtliche Einschüsse wurden weggeschnitten so dass vom Actionteil kaum noch Stückwerk übrig blieb. Wem solche eine Rumpffassung nützen soll, keine Ahnung.
Dabei ist dieses Lorenzo das Lama Gefährt eigentlich ein ziemlich spannender Haudrauf Streifen, der jedem dem Action liegt ans Herz gelegt werden sollte (wie gesagt, in der ungekürzten Fassung natürlich). Zudem stammt der Film noch aus der Periode als Regisseur Takacs noch echte Actionwerke drehen durfte, während er ja heutzutage nur noch auf Direct-to-Fernsehen Krams abonniert ist. Dementsprechend ist so etwas wie eine vernünftige, nachvollziehbare Handlung hier eher Nebensache, sondern dient lediglich dazu die Szenen zwischen blutigen Schusswechseln und viel nackter Haut aufzufüllen. Lamas darf wieder mal den coolen Macker spielen lassen und sich Sprüche klopfend durch die Horden der lokalen Unterwelt zu prügeln, dies dafür aber gründlich und auch reichlich brutal. Leider kommt sein Gegenspieler dabei etwas schwächlich rüber. Zumindest mein Respekt gegenüber einem vielleicht 1,60m großen Moppel hält sich ziemlich in Grenzen.
Auch die darstellerischen Qualitäten sind sehr überschaubar, reichen aber aus. Die zu spielenden Charaktere sind aber auch nur Standardrollen (einsamer Held, geldgeiler Bruder), für die bisher generell nur selten Oscars vergeben wurden. Dafür dürfen sich aber die Stuntmen mächtig profilieren, da sind ein paar feine Flugkünste mit dabei. Schade das das ungekürzte Actionorchester auf deutsch immer noch nur auf Video anzuschauen ist. Macht Laune der Film.
7/10