Weil hohe Militärkreise eine Atombombe an einem Asteroiden ausprobieren wollten, steigt nun rund um den Erdball die Temperatur im Stundenrythmus. Polizeidetektiv Tom hat wenig Ahnung von den Hintergründen, muss aber die Folgen ausbaden auf den Straßen von L.A. Dort entflammen die erhitzten Gemüter bürgerkriegsähnliche Unruhen und handicappen Tom in seinem Duell mit einem stadtbekannten Unhold. Als jener seinen Schwager in spe kidnappt, beginnt ein Wettlauf wider Zeit und Umstände.
Ein direct-to-TV Katastrophenfilm eines bis dato völlig unbekannten Regisseurs, garniert mit einem ins B-Fach abgeschobenen has-been-actor wie Casper van Dien, kann ja eigentlich nur grausig werden, oder? Zumindest macht Meltdown die üblichen Fehler (aus meiner Sicht) die Filme dieser Art anscheind gesetzlich vprgeschrieben machen müssen. Das fängt bei den Klischeecharakteren aus dem 08/15 Bausatz an, geht über teilweise oberkitschige stereotype Dialoge wegen fortgesetzten überflüssigen Beziehungsgedöns weiter, und gipfelt in einer Story die natürlich von der Plausibilität und Logik 1A TÜV geprüfter Mumpitz ist. Besonders auffällig ist hier das Script. Ok ein Asteroid macht Ärger aber die physikalischen Ursachen die zum verschieben der Erdumlaufbahn führen, dürften ins Reich der stellaren Märchen gehören. Auch lustig ist anzusehen, das die Menschheit offensichtlich kurz vorm Verdursten steht und aufgrund der Sonneneinstrahlung bereits Verbrennungen dritten Grades im Gesicht späzieren trägt, jedoch die Pflanzenwelt das grünste grün diesseits eines englischen Gartens präsentiert. Über die interne Logik des Drehbuchs sollte man sich lieber keine tiefergehenden Gedanken machen. Auch nicht darüber wie oft man denselben Abwasserkanal entlangflanieren kann, ohne das es auch dem aufmerksamkeitsschwächsten Zuschauer auffällt. Wenigstens sind die Ami-Kanäle dauerhaft beleuchtet, sehr vorausschauend gedacht.
Trotzdem fand ich Meltdown eigentlich sogar recht interessant. Auch wenn die Geschichte unrealistisch präsentiert wird, entbehrt sie nicht einem gewissen Reiz, das Tempo ist in der Regel recht hoch, dennoch bremsen die vielen Soap Dialoge den Flow immer wieder aus (Gehts eigentlich nicht mal ohne den üblichen Beziehungsschmonzes bei Filmen dieser Art?). Die Schauspieler hinterlassen einen recht sympathischen Eindruck. Wenn man in diesen Streifen mit einer gepflegten "erwarten sie nix" Einstellung rangeht, kann man sich sogar ganz gut, trotz aller Vorraussehbarkeit, unterhalten.
4,5/10