Was mit den Ausgaben der „Final Destination“ – Reihe bislang noch nicht variiert wurde, findet hier Verwendung: Todgeweihte können ihrem Schicksal nicht entkommen, früher oder später holt der Tod sie alle. Was aber, wenn jemand das anstehende Ableben eines Menschen wahrnehmen kann und dessen vorbestimmtes Schicksal ändert?
Damit beschäftigt sich „White Noise 2“, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger wesentlich flotter in die Puschen kommt, nur in Sachen Logik einige Fragen im weißen Licht verschwinden lässt.
Die Fähigkeit, ein gleißendes Licht an Personen wahrnehmen zu können, was auf baldigen Tod hindeutet, ist in diesem Fall auf eine Nahtod-Erfahrung zurückzuführen.
Diese durchlebte Abe (Nathan Fillion), der sich umbringen wollte, weil ein offenbar Geisteskranker seine Frau und seinen Sohn erschoss.
Doch die Ärzte holen Abe zurück, allerdings mit ungeahnten Folgen von Wahrnehmungs- Veränderungen. Fortan hört er unerklärliche, meist verzerrte Stimmen, nimmt Geistererscheinungen wahr und trifft Passanten auf der Straße, die eben jenes gleißende Licht umgibt, - kurz darauf sind diese tot.
So gelingt es Abe, drei Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren, doch das erweist sich als folgenschwer, denn binnen 72 Stunden nach ihrer Rettung kommen dunkle Mächte ins Spiel…
Wenn man mit so einem aufwühlendem Ereignis einsteigt, bei dem Frau und Sohn der Hauptfigur getötet werden, ist das Interesse des Betrachters vorerst gesichert, zumal der Killer noch „Es tut mir leid“ von sich gibt, bevor er sich selbst eine Kugel verpasst, was ebenfalls zu denken gibt.
Recht geradlinig verlaufen dann die ersten Handlungen Abes nach dessen Nahtod-Erfahrung.
Man versucht, einen eingeklemmten Landstreicher aus den Bahngeleisen zu befreien, eilt einem Mann unter einem Van zu Hilfe und kommt hinzu, als Schläger einen Mann von einer Brücke stürzen wollen. Da ist ordentlich Drive drin, Tempo und Action stimmen und tatsächlich fühlt man sich nicht selten an „Final Destination“ erinnert.
Aber auch an „Sixth Sense“. Nicht nur, dass der wohl populärste Satz daraus fällt, auch in den Schockmomenten gleichen die Geistererscheinungen jenen, die man bereits unter Shyamalans Regie wahrgenommen hat. Sie erfüllen dennoch ihren Zweck und fallen teilweise angenehm scary, unterlegt mit gut getimten Whoosh-Sounds aus, zumal diese nicht immer in vorhersehbaren Situationen auftauchen und dabei unter Umständen eine leichte Gänsehaut verursachen (kreuzender Radfahrer).
Im Verlauf wird es dann etwas kryptischer, wenn Abe Ursachenforschung in der Wohnung des Killers seiner Familie betreibt, man dem Geheimnis von „Tria Mera“ (der dritte Tag, wobei „Tria“ eigentlich falsch übersetzt sein müsste) auf die Spur kommt und sich (mal wieder) mit der 666 Luzifers auseinandersetzt.
Erst zum Finale kommt wieder mächtig Effektspiel zum Einsatz, mit fliegenden Lichtern, leichten Explosionen und dem Kampf um ein Schicksal, welches Hauptfigur Abe nicht egal ist. Zwar übertreibt man es hier ein wenig mit der Willkür übersinnlicher Fähigkeiten und lässt auch einige Fragen offen im Raum stehen, doch dem positiven Gesamteindruck schadet das nur geringfügig.
Schließlich wundert man sich auch nicht sonderlich, dass ein potentieller Selbstmörder nach Versuch ohne Therapie aus dem Krankenhaus entlassen wird und dass einem E.S.P. – Forscher im Keller eines Krankenhauses gleich ein ganzer Raum mit Aufzeichnungsgeräten zur Verfügung gestellt wird.
Am Ende steht dann doch ein überraschend kurzweiliger Streifen, der ohne auffallende Längen durchweg zügig vorankommt.
Zwar hätte man Hauptdarsteller Nathan Fillion etwas mehr als nur den einen bedröppelten Gesichtsausdruck gewünscht, aber sei´s drum, - das Potential aus dem Topf „Todgeweihte, Gleichgewicht und Schicksal“ reicht bestimmt noch für eine Fortsetzung, was bei ähnlich flotter Umsetzung eine weitere Empfehlung nach sich ziehen würde.
7,5 von 10