Tenderness
(Ascot Elite)
Betrachtet man den Film Tenderness, fallen dem Zuschauer direkt Vergleiche zu ähnlich gearteten Filmen wie Das Versprechen oder Zwielicht auf. Die visuelle Form lässt auch direkt die Arbeit von Kameramann Tom Stern erkennen, der auch schon vielen Filmen von Clint Eastwood seinen Stempel aufdrückte. Regisseur John Polson trat unter anderem mit dem überzeugenden Hide and Seek und Folgen zu Fringe und The Mentalist in Erscheinung.
Hier nun präsentiert er uns einen Film über einen von der vermeintlichen Wahrheit besessenen, einsamen Polizisten, der desillusioniert eine Odyssee durch ein verkommenes Amerika durchlebt auf der Suche nach Gerechtigkeit.
Die Geschichte handelt von einem jugendlich und unschuldig wirkenden jungen Mann namens Eric, der nach einem Aufsehenserregenden Mord an seinen Eltern aus der Haft entlassen wird. Alsbald heftet sich ihm der Einzelgänger Christofuoro (Russel Crowe) an die Fersen, da er der festen Überzeugung ist, dass sich hinter der Maske des sympathischen, religiös erzogenen jungen Mannes ein psychopatischer Serienkiller verbirgt, der es auf junge Mädchen abgesehen hat. Als der junge Mann sein offensichtlich nächstes Opfer im Visier hat, beginnt für den Polizisten die Jagd.
Was uns Regisseur Polson hier präsentiert, ist auf den ersten, oberflächlichen Blick ein sehr ruhiger aber spannender Thriller, der sich jedoch auf der Metaebene als ein gesellschaftliches Sittengemälde entfaltet, ähnlich dem eingangs erwähnten Jack Nicholson – Film Das Versprechen. Hier geht es offensichtlich nicht mehr nur noch um die Jagd auf einen vermeintlichen Verbrecher, vielmehr steht hier die Suche nach dem eigenen Seelenheil im Vordergrund. Hauptdarsteller Russel Crowe (Gladiator, Romper Stomper) entwickelt sich dabei in seiner Rolle als desillusionierter Cop immer deutlicher zu einem gereiften Charakterdarsteller, dem man solche Charaktere als Zuschauer direkt abnimmt.
Die DVD ist ansonsten eher spartanisch ausgefallen. Neben dem guten Bild und Ton finden sich im Bonussektor lediglich der Originaltrailer und eine Programmschau. Tenderness ist ein spannendes, tiefgründiges Roadmovie, welches sich für einige Zuschauer wahrscheinlich zu langsam entfaltet, jedoch die Geduld und Aufmerksamkeit des Publikums am Ende mit einem wirklich tiefgründigen Filmerlebnis belohnt.
CFS