Weiße Gartenzäune, doch keine Idylle: In Rome, Wisconsin, konzentriert sich der ganz normal wahnsinnige Alltag Amerikas. Und mittendrin Familie Brock. Ob Bürgermeisterwahlen oder Leichen in Tiefkühltruhen, Euthanasiedebatten oder Glaubensfragen – kein Tag, der Gemeindeärztin Jill und Sheriff Jimmy Brook und ihre drei Kinder Kimberly, Matthew und Zachary nicht in Atem hält.
Die Picket Fences Serie ist gar nicht so einfach in eine Schublade zu stecken. Irgendwo zwischen Gerichtsdrama und Kriminalsoap spielt die Serie in einem amerikanischen Kleinkaff. Das liegt aber auch daran das zwar meist die Familie Brok im Zentrum steht, aber auch oft genug Episoden mit dabei sind, die fast ausschließlich vor Gericht stattfinden. Eigentlich schade, denn die Figur des schrägen Anwalts Wambaugh ist eigentlich meine Lieblingsfigur, die ständig zwischen schmierigen Winkeladvokaten und netten Gutmensch hin und her Pendelt.
Nett dabei ist der oft bissige Humor, mit der die sehr breite Palette an sozialen und kriminellen Themen behandelt wird. Weniger nett im Gegensatz dazu wenn zu sehr gemenschelt wird, aber das hält sich zum Glück noch im tolerierbaren Rahmen. Die Stories sind zwar nach den 45 Minuten zumeist abgehandelt, aber irgendwann hat man so viele Bewohner des Städtchens und ihren jeweiligen Hintergrund kennen, das man das fast schon wieder als storyübergreifenden Plot nehmen kann.
Die Figuren sind dabei vergleichsweise bodenständig, soll heißen im realen Leben könnte man tatsächlich auch auf solche Leute treffen. Jeder hat so seine Schattenseiten, die sich hinter den Zäunen der spießigen Idylle verbergen. Insgesamt eine eher durchschnittliche Serie aber zumindest mit abwechslungsreichen Storylines.
6/10