Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 01.06.2014

Ambitionstrash, der zwischen treffsicher und grottig pendelt, sei es in Sachen Regie, Drehbuch, Kostüm, Darstellerleistung oder Spezialeffekte. Ihr interessantes Sujet nutzt die Christian-Slater-Show für ein paar steile Thesen und Gedankenspiele, wobei sich das kontroverse Potenzial ein wenig hinter der Schludrigkeit der Effekte und vor allem dem unerlässlichen Experimentieren mit Wirklichkeits- und Fantasieebenen versteckt, weshalb es nicht völlig genutzt werden kann. Slater ergibt sich als hässlicher, kleiner Mann mit Halbglatze und Fliegerbrille dem Overacting in dem Versuch, unter all den routinierten Standardauftritten endlich nochmal aufzudrehen wie in alten Zeiten, und sorgt dafür zumindest beiläufig für guten Unterhaltungswert, den auch sprechende Goldfische und Gebäudeeinstürze wie aus den frühen 90ern nicht bedrohen können. Ein paar überraschende Wendungen hat „Amok“ in jedem Fall auch zu bieten, obwohl die vielen Twists am Ende vielleicht zu weit vom Kern abweichen, bei dem es doch eher um die Stromlinienförmigkeit des amerikanischen Gesellschafts- und Arbeitsystems gehen sollte, weniger um eine Liebesgeschichte, auch wenn Elisha Cuthbert eine interessante Variation der klassischen Femme Fatale spielen darf. Überhaupt ahmt der Film ein wenig die Einsamkeit der Film-Noir-Protagonisten nach, hier als Reflexion des Selbstmitleids der Hauptfigur, die von der Umwelt unmerklich so sehr kastriert wird, was den Titel „He Was A Quiet Man“, der die Oberflächlichkeit im Umgang mit den Nächsten moniert, so brillant macht.

*weitere Informationen: siehe Profil

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