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Ihren bislang einzigen Kurzfilm lieferte die Französin Stéphanie Machuret 2006 ab, obgleich sie danach dem Animationsfilm treu blieb und beispielsweise an „Ich – Einfach unverbesserlich“ maßgeblich beteiligt war. In gerade einmal elf Minuten versucht sie, eine Anekdote über ein afrikanisches Wüstenvolk zu vermitteln.

Ein blinder Junge trotzt einem Wüstensturm und tastet sich in eine Höhle vor. Er stößt auf einen alten Mann, der ihm aus Teilen eines Dornenbuschs eine Flöte schnitzt. Zehn Jahre später erfährt dieses Ereignis eine besondere Bedeutung…

„Matopos“, - auch der Name eines Nationalparks in Simbabwe, fokussiert die Macht der Musik gegenüber den Ängsten des Menschen, in diesem Fall vor einem kräftigen Wüstensturm. In vielen afrikanischen Ländern gelten Tanz und Musik als starke spirituelle Kraft, um etwa mit Geistern zu kommunizieren oder Antworten auf existenzielle Fragen zu erhalten, was hier gegen Ende eine besondere Bewandtnis erhält.

Quasi ein wenig zugeschnitten auf die schwarzafrikanische Kultur ähneln die Figuren geschnitzten Masken aus Holz. Die Körper sind auffallend dünn und lang, die Mimiken begrenzt. Die Bewegungen sind allerdings recht flüssig und im Kontrast zu den simplen Figuren steht der annähernd naturgetreu dargestellte Hintergrund der Wüste mit einigen Felsformationen und Steppenläufern. Soundtechnisch ist das Werk sauber ausgearbeitet, was bei den Sturmpassagen besonders gut zur Geltung kommt. Musikalisch dominiert natürlich afrikanische Folklore mit Flöte, Perkussion und Gesang, was ebenfalls gegen Ende seinen Höhepunkt erreicht.

Der Streifen, der ohne Worte auskommt und bei dem einige Gesten recht viel aussagen, überzeugt in erster Linie mit seiner Botschaft, dass Musik oder gemeinsames Musizieren Zusammenhalt schafft und im Bedarfsfall Ängste und Hürden überwinden lassen kann. Durchaus sehenswert.
6,5 von 10

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