Big Business ist einer der letzten Stummfilme von Stan Laurel und Oliver Hardy und gleichzeitig einer ihrer besten insgesamt.
Regie führten laut der Credits zwei Regisseure, die schon mehrere Laurel und Hardy-Kurzfilme gedreht hatten. Einer von ihnen war Leo McCarey, der später auch mit den Marx-Brothers drehte und 1938 für The Awful Truth (Die Schreckliche Wahrheit) mit Cary Grant und Irene Dunne und 1945 für Going My Way (Der Weg Zum Glück) mit Bing Crosby sogar jeweils den Oscar gewann.
Aber im Grunde war es doch, wie so oft, Stanley Laurel, der vor und hinter der Kamera meistens das Sagen hatte.
So auch in dieser wahnwitzigen Abfolge schier unglaublicher Ereignisse, die erst einmal relativ harmlos mit dem versuchten Verkauf von Weihnachtsbäumen-jedoch wie es scheint mitten im Sommer-beginnt. Es versteht sich von selbst, dass die meisten Leute nicht viel von einer solchen Aktion halten-besonders nicht der gebürtige Schotte James Finlayson, ein ewiger Feind unserer beiden Freunde-der dies auf nicht gerade subtile Art und Weise zu verstehen gibt. Was folgt, ist eine Zerstörungsorgie, die selbst vergangene Laurel&Hardy-Wütungen in den Schatten stellt. Da wird zerschlagen, umgegraben, mit der Inneneinrichtung Baseball gespielt, Bäume gefällt, kurz gesagt-es wird vernichtet, was nicht niet- und nagelfest ist. Und das auf höchstem destruktiven Niveau mit ebenso hohem Unterhaltungswert. Dass man dabei nur den Kopf schütteln kann ob des Einfallsreichtums und dabei trotzdem unweigerlich in Lachkrämpfe verfallen kann, widerspricht sich nicht.
Laut einer kleinen Anekdote wurde als Objekt der Begierde das Haus eines Hollywood-Studiomitarbeiters ausgesucht, der für die Zeit in Urlaub fuhr und wegen der zu bevorstehenden Zerstörungen natürlich dementsprechend entschädigt werden sollte. Doch leider ähnelte in Culver City ein Haus dem anderen und so nistete man sich schließlich in ein daneben liegendes Haus ein und verrichtete dort seine "Arbeit". So mußte dann letzten Endes für beide Häuser gezahlt werden. Leider, oder Gott sei Dank, widerlegte diese These später Stan Laurel und verriet, dass der Eigentümer des Hauses doch selbst am Film mitarbeitete und alles mit rechten Dingen zuging.
Auf jeden Fall sehen wir die beiden Ausnahme-Komiker auf einen ihrer Höhepunkte. Noch im selben Jahr schafften sie ohne Probleme den Übergang zum Tonfilm und wurden noch erfolgreicher als zuvor.
10 /10 Punkten