Das DTV-Sequel zum Remake, doch man drehte nicht nur "Walking Tall - The Payback", sondern schob auch gleich "Lone Justice" hinterher, um Kosten zu sparen. Andrew Stevens fungierte als Produzent und was dies in Punkto Budget bedeutet brauche ich wohl nicht noch mal darauf einzugehen. Jedenfalls reichte es für ein paar ordentliche Explosionen und ländliche Locations, Regisseur Tripp Reed (Manticore - Blutige Krallen, The Confidence Man) versteht es, das Ganze optisch ansprechend in Szene zu setzen. Also kein Vergleich mit den monotonen Ostblockkulissen.
Doch der Verlauf der Geschichte dürfte mittlerweile jedem gut bekannt sein. Überraschungen gibt es nicht, zudem ist unser Held zu gutmütig und braucht sehr lange, bis er das Gesetz in die eigenen Hände nimmt. Dabei weiß Nick Prescott (Kevin Sorbo) genau, wer seinen Vater Charlie (Richard Dillard) ermordete. Dahinter steckt der Kriminelle Harvey Morris (A.J. Buckley), dessen Bruder Walter (Bentley Mitchum) nun das Amt des Sheriffs übernehmen will. Obendrein wollen sie die Leute zwingen billig ihr Land zu verkaufen, doch Nick und die FBI-Agentin Kate Jensen (Yvette Nipar) stellen sich Harvey entgegen.
Wie man als Zuschauer schon ahnt, steckt hinter Harvey Morris noch ein dickerer Fisch, dem man natürlich nichts anhaben kann. Überhaupt haben wir die typische Grundsituation mit korrupten Cops und den Einwohner die nichts gegen die Übeltäter unternehmen können. Das schreit nach jemanden, der das Gesetz in die eigenen Hände nimmt, leider braucht Nick dafür ziemlich lange. Wenn er das erste Mal in Aktion tritt, darf er sich eine kleine Kneipenschlägerei mit Morris Schergen liefern, doch ansonsten will bis ins Finale nicht viel passieren. Als Übergangssheriff steckt sich Nick selbst den Stern seines Vaters an und versucht an Morris Hintermänner zu kommen. Doch die Ermittlungen sind nicht sonderlich interessant, immerhin kann sich Reed eine Lovestory zwischen Nick und Kate verkneifen. Trotz einiger Durchhänger ist die Chose recht unterhaltsam, denn Morris ist im Dauereinsatz um irgendwelche hilflosen Einwohner zu terrorisieren. Das reicht von bedrohen, über Vergewaltigung bis hin zu Mord. Nick kann sich derweil nur auf Kate und Hap Worrell (Dell Johnson), den alten Kumpel seines Vaters, verlassen. Natürlich wird auch noch Nicks sture Mutter entführt als Druckmittel.
Alles verläuft hier nach Schema F, immerhin sind die wenigen Actionszenen solide gemacht. Es wird ein bisschen geprügelt, geschossen und eine kurze Autoverfolgungsjagd darf es auch geben, daneben auch ordentliche Pyrotechnik. Die Choreographien sind nicht gerade überdurchschnittlich, aber auch Kevin Sorbo (Hercules, Kull, der Eroberer) ist durchaus in der Lage seinen Gegnern Saures zu geben. Mit Baseballschläger und Schrotflinte bläst er hier zum Angriff, um richtige Härten filmt Reed jedoch herum.
Natürlich hat Sorbo nicht die Ausstrahlung eines Dwayne Johnson, dennoch gibt er sich sichtlich Mühe, die Rolle nimmt man ihm auf jeden Fall ab. Da ist A.J. Buckley (Wishcraft, The Forsaken) als tättowierter und stets Bier saufender Rüpel schon etwas zu überzogen, aber richtige Totalausfälle gibt es nicht zu verzeichnen.
Mit mehr Action hätte "Walking Tall - The Payback" locker eine höhere Wertung erhalten. Aber man verzettelt sich zu sehr in etliche Dialoge, Action ist zu rar gesäht, nur im Finale darf es mal länger rund gehen. Optisch ist der Film recht ansprechend, die Darsteller kann man lassen, aber auf kleinere Durststrecken sollte man vorbereitet sein.