Stelvio Massi, mehrheitlich bekannt für seine poliziotteschi, liefert hier einen waschechten sleazigen Giallo ab. Hätte der Film nicht einen typischen, hässlichen 80er Jahre Synthie-Soundtrack, eine fast schon TV-Produktionsmässige Inszenierungsstil (wie es in Italien zu dieser Zeit üblich war), könnte man meinen, dass der Film Mitte der 70er Jahre entstanden wäre. Inhaltlich orientiert er sich nämlich stark an jene alte Zeiten (z.B. à la Renato Polselli).
Selbst Ida Galli aka Evelyn Stewart (Protagonistin vieler Italo-Western und Thriller) ist mit dabei.
Inhalt: Frustrierte Nymphomanin (da Ehemann im Rollstuhl aufgrund eines Fellatio während einer Autofahrt!) sucht sich ihre perversen erotischen Abenteuer in zwielichten roten Milieu. Dabei scheint sie ein mit schwarzen Handschuhen bestückten Scherenmörder (!) zu verfolgen. Dieser scheint gewilligt zu sein alle ihre sexuellen Spuren an dem Mann oder Frau auszulöschen. Penisse werden abgeschnitten oder die Schere brutal in die Vagina hineingestossen (!). Blut fliesst reichlich. Allerdings wird natürlich alles etwas zurückhaltender gezeigt, als es noch zehn Jahre früher der Fall gewesen wäre. Die Kamera stellt sich so, dass man vieles erahnen muss/kann. Jedenfalls löst der Fall eine lesbische Inspektorin, die auch ihre sexuellen Problemchen hat! Wie man es schon vermuten kann, es wird reichlich viel Sex gezeigt.
Also, wer auf solche Filme abfährt, kann einen Blick riskieren. Ich steh lieber auf dem klassischen Giallo. Allzu viel Spannung darf man nämlich nicht erwarten, da der Stil doch etwas platt ist und die Erotik zu penetrant. Dass sich der Film allerdings dennoch auf einem azeptablem Niveau bewegt, kann man wohl dem erfahrenen Massi verdanken. (6/10)