Review

"Eine Schneide verteidigt, eine vernichtet."

Ohje, ohje, was haben die Trailer versprochen. Das sah nach einem großen, epischen und atmosphärischen Historien-Fantasyfilm Crossover aus. Gehalten wird davon allerdings nix.

"Die letzte Legion" ist ein Stück Zelluloid das wirklich kaum einer braucht. Allein bei der deutschen Synchronisation fängt es schon an. Die Textpassagen werden gelangweilt vermittelt, wirken übertrieben aufdringlich und sind einfach nur plump.
Die schauspielerische Leistung ebenso. Anscheinend wollte man nur schnell fertig werden egal wie es denn am Ende aussieht. Selbst ein Ben Kingsley kann hier nichts retten und scheint nur auf das Geld angewiesen zu sein. Gibt es denn keine guten Rollen mehr für den "Bub"?
Den Charakteren wurde keinerlei Tiefe spendiert. Jeder ist eben mal so da, muß den Helden spielen oder über kurz oder lang gerichtet werden. Woher sie kommen und was ihre Intention ist, ist anscheinend völlig egal.
Die Erzählstruktur und Handlung wird viel zu schnell voran getrieben, ohne längere Zeit an einem Ort zu verbleiben und ein wenig Tiefe zu erzeugen oder dem Zuschauer Interesse zu vermitteln. Die Spannung bleibt völlig auf der Strecke.
Action ist vorhanden, aber nicht erwähnenswert. Die Helden könnten durch ihre kämpferische Begabung sowieso die Welt für sich erobern, so belanglos sind die Kämpfe.

Für 460 n.C. wirkt alles viel zu modern. Die Ausstattung, die Kostüme, Dialoge und Mimik, der Witz, die Frisuren und Bartwuchs. Nichts wollte so wirklich zueinander passen. Außerdem wirken einige Dialoge viel zu albern.
Richtig genial (Achtung Ironie!) sind die Logiklöcher. Da muss ein Kaiser beschützt werden und keiner der auf der Stadtmauer steht, sieht das Katapult, das sich gen Tor nähert? Brauchen die denn eine Brille? Vermutlich ging die Anschaffung über das Kostenverhältnis der Produktion. Ach, Entschuldigung, zu der Zeit gab es sowas natürlich noch nicht.

Für das Auge gibt es Standardkost. Die Effekte sind OK, aber weder reißerisch noch erhaben.
Der Soundtrack... gab es denn Musik? Ich kann mich nicht erinnern, also muss die atmosphärische Komposition unwichtig gewesen sein.

Das einzig erwähnenswerte ist die indische Kriegerin Mira (Aishwarya Rai) die durch ihr Aussehen den Männern den Kopf verdreht und mit ihrer Kampfkunst für ein wenig Abwechslung sorgt, auch wenn nach dem Hundertsten verprügelten Gegner das Maß irgendwann voll ist.
Mit der kurzen Liebesgeschichte war natürlich zu rechnen. Die hätte man sich komplett sparen oder etwas weiter ausbauen können. Das geflirte nebenbei ist zu wenig und viel zu vorhersehbar.
Der Schluß möchte den Grat zur nächsten Dynastie überschreiten und ist wohl eher als schlechter Scherz zu sehen.

Der Film schreit geradezu "Ich möchte ein Herr der Ringe sein". Hierfür fehlt allerdings die epische Größe, der treibende Soundtrack, gelungene und abwechslungsreiche Charaktere, eine spannende Story und Atmosphäre. Selbst Fantasy- und Historienfilm-Freaks kann ich hierzu nur abraten.

2 / 10

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