Review

Da ist es, ein weiteres Remake, eines kultigen Angstmachers.

Michael Bay hat ja schon den einen oder anderen Klassiker neu auflegen lassen, diesmal hat er sich Robert Harmons kleinen Kultfilm HICHTER - DER HIGHWAYKILLER vorgenommen.

Das stimmungsvolle Original von 1986, in dem Rutger Hauer den Psycho spielt, ist ein schöner, atmosphärischer Gruseler, wie es sie heute kaum noch gibt. C. Thomas Howell, der im Original den Jim Halsey spielt, trägt mit seiner Leistung auch zur Intensität des Films von 1986 bei, seine Verkörperung der Figur ist sehr sympathisch und ängstlich, was den Zuschauer sofort in die Handlung einbindet und mitfiebern lässt. Kommen wir aber zum Remake...(kleine SPOILER)

Ich muss sagen, dass mich das Remake gut unterhalten hat, obwohl ich das Original kenne. Viele Szenen sind identisch und andere über weite Strecken ähnlich und etwas modernisiert, wie z.B. bei einigen Aktionszenen. Der Plot wurde ein wenig umgebaut, um heutige Teenies nicht zu überfordern und mit neuen Sehgewohnheiten zu konfrontieren, denn wen interessiert heute schon ein junger Mann der ein Auto überführt und dabei an einen irren Typen gerät, der ihn fortan in ein tödliches Spiel einbindet?! Also muss es im neuen HITCHER natürlich um ein Pärchen gehen, das auf dem Weg in die Collegeferien ist und dabei an den Irren gerät. Es ist schon ziemlich hart, dass es bei heutigen Horrorfilmen meist um reiche, verwöhnte Collegekids geht, die dazu noch dermaßen umsympathisch sind, dass man ihnen den Tod wünscht. Naja, hier gehts aber und der neue Jim Halsey ist auch ganz passabel, nur seine Freundin, die ein echtes Horrorfilmklischee ist, nervt etwas, aber man kann nicht alles haben. Eine Frau vom Typ Jennifer Jason Leigh, die im Original spielt, wäre mal erfrischend gewesen, leider ziehen 08/15 Luder heute mehr ( son Mist!!!). Kommen wir nun aber mal zum HIGHWAYKILLER...

Rutger Hauer hat den alten Film erst richtig veredelt, sein Spiel war sehr überzeugend und extrem unheimlig, besonders seine fiesen Spielchen schienen ihm richtig Freude gemacht zu haben.

Der neue John Ryder ist nun Sean Bean, der als Bondfiesling, in RONIN und im HERR DER RINGE eher Gentlemen gegeben hat.

Hier versucht er einen Psychokiller zu spielen. Bean gibt sich zwar richtig Mühe, den Irren gut zu Verkörpern, aber leider wirkt schon seine Erscheinung nicht bedrohlich und die Intensität eines Ruger Hauer erreicht er zu keiner Zeit im Film. Bei der Verfolgungsjagd mit dem Helikopter, bei der er auch mehrere Polizisten umlegt, gefiel er mir am besten, da er hier richtig kaltblütig wirkt. Der Polizeichef hätte hier auch besser als Killer gepasst als der gute Sean Bean....

In Sachen Gewalt hebt sich das Remake nicht viel vom Original ab, auch wenn der treue Polizeischäferhund diesmal am offenen Kopf eines Polizisten schlecken darf. Sonst gibt es noch einen Mann mit nem Messer im Bauch, bei dem ein bißchen spritzt, aber alles in allem ist der neue Film nicht viel brutaler. Leider gibt es auch keine Szene im Longhorn-Restaurant, in dem im alten HITCHER Nash arbeitet...



Fazit:

Joa, man kann sagen, dass der neue HITCHER eines der besseren Remakes von coolen Filmen ist und auch ein besserer aktueller Horrorfilm, besser als z.B. Hostel, Cabin Fever, Hills Have Eyes (remake) usw., was aber auch an Elementen des `86 er Originals liegt. Man darf hier keine Inovation erwarten, es ist aber schon ein spannender Film, der "sein" Publikum zu unterhalten weiß.

Also, wenn nichts besseres läuft, kann mal als Fan von Horrorfilmen und Thrillern einen Blick riskieren.

Der Film ist mit ner Laufzeit von knapp 83 Minuten wirklich kuzweilig, auch wenn er keine Offenbarung im Horrorfilmsektor darstellt.

*Es ist leider gut möglich, dass die aktuelle Kinofassung ab 16 Jahren, kleine Kürzungen hinnehmen musste, um im Kino mehr Geld zu machen! Einige Szenen wirkten "Überarbeitet"*

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