The Hitcher war für mich im Vorraus ein Film, mit dem ich eigentlich nicht ganz viel anfangen konnte. Ich muss ebenfalls gestehen, dass ich das Original mit Rudger Hauer nie gesehen habe und deshalb in meiner Review keine Bezüge festmachen kann. Leider hege ich aber die Vermutung, dass das Original um längen besser ist als das Remake, denn leider kann The Hitcher nur in der ersten Hälfte punkten. Zur Story: Ein Pärchen will sich zum "Springbreak" mit einigen Freunden an der anderen Seite des amerikanischen Staates treffen, um dort richtig die sause machen zu können. Also schnappen sie sich kurzerhand ihre Klamotten, springen ins Auto und brausen sofort los. Wie es häufig so ist, lässt man sich bei langweiligen Autofahrten sehr schnell ablenken, und so kommt es, dass die zwei in einer gänzlich verregneten Nacht fast einen Menschen, der auf der Straße liegengeblieben ist, überfahren. Da der Mann einen sehr düsteren Eindruck hinterlässt nehmen sie sich nicht das Herz um ihn mitzunehmen. An der nächsten Tanke treffen sie den Mann plötzlich wieder und entschließen sich doch den Mann mitfahren zu lassen. Leider sind allerdings manchmal die ersten Gedanken die besten und so entpuppt sich der Anhalter als geisteskranker Killer.
Der Film profitiert von einem sehr gut spielenden Sean Bean, der sich in letzter Zeit immer mehr dem Horror-Genre hingibt, was ich persönlich sehr mag. Er ist in seiner Rolle eine Bank für den Film und stellt somit fast allein den ganzen Cast in den Schatten (okay das war auch nicht zu schwer), vorallem da er einen Psychopaten erschreckend gut trifft, denn Beans Mimik ist eine Augenweide. Er alleine kann es aber nicht schaffen, die Jungschauspieler Sophia Bush und Zachary Knighton so zu motivieren, dass sie dem eingesessenen Star nacheifern und vielleicht sogar zu übertreffen. Vorallem der verweichlichte Knighton hat mir überhaupt nicht zugesagt, bei manchen Schauspielern gibt es einfach, wie bei sovielen anderen Dingen auch, eine sofortige Abneigung, sobald man ihn/sie sieht. Manchen Serienschauspielern ist das Talent für Filme anscheinend nicht gegeben. Sophia Bush macht es da schon etwas besser, auch wenn ich bei ihr auch keine glanzvolle Leistung sehen konnte. Sie passt mimisch und gestisch einfach um Längen besser in den Film als Knighton, da sie der Szene entsprechend aktiert, auch wenn das wieder nur für die erste Hälfte des Filmes gilt. Zu guter Letzt ist da noch der Lieutenant der Staatspolizei, gespielt von einem nicht wirklich überzeugenden Neal McDonough. Ohne ihm etwas ankreiden zu wollen, aber aus seinem Gesicht werde ich nicht wirklich schlau. Mal hat er ein Lachen auf den Lippen wenn die Szene ein ernsteres Gesicht erfordert, dann wieder ein stahlhartes Gesicht, obwohl ihm gleich der Kopf weggeschossen werden könnte.
Die Story wirkt leider an manchen Szenen sehr unrealistisch und selbst wenn "John Ryder" einer Spezialtruppe von Welt angehören sollte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wenn er einen Polizeiaußenposten stürmt und dabei alle umbringt doch sehr gering. Genau wie das "Feature", dass er immer wieder an neue Waffen und neue Autos. Also vielleicht irre ich mich ja, aber ich behaupte nun einfach mal, dass man nichtmal in Amerika in der Wüste Waffen anbaut ;). Solche Logikdehnungen sind einfach nicht mein Geschmack und passen in einen ernsten Film überhaupt nicht hinein. Während sich diese Fehler am anfang noch auf ein paar "Wie ist er jetzt so schnell von da nach da gekommen" Szenen minimieren, kommen sie zum Ende des Film immer häufiger vor und machen das wirkliche Ende des Films schon fast zu einer Farce bzw Beleidigung an den Zuschauer. Die ganze letzte Szene, die an Spannung eigentlich überlaufen sollte, endet beim Publikum wahrscheinlich in Gelächter, da hier der Regisseur wohl nicht mehr ganz wach war um diese gravierenden Schnitzer zu sehen.
The Hitcher kann eine interessante erste Hälfte und einen sehr soliden Sean Bean bieten, dieser Bonus verliert zu Ende des Films aber immer mehr an Bedeutung, da sich Film/Logikfehler und ein sehr schwaches Ende die Klinke geben. Für eingefleischte Slasherfans sicherlich etwas für einen netten Abend, alle anderen, die sowieso nicht ganz viel mit dem Genre anfangen können, sollten einen großen Bogen um diese Produktion wagen (oder vielleicht das Original sehen, was ich ja leider nicht gemacht habe, daher ist diese Angabe ohne Gewähr).
Fazit: 3/10