Regisseur und Produzent Michael Bay bringt nicht nur Blockbuster nach Blockbuster in die Kinos, sondern produziert auch diverse Remakes wie " Amityville Horror, Texas Chainsaw Massacre ". Hier hat er sich den kleinen Kultfilm " The Hitcher " ausgesucht. Das Original entstand 1986 und Robert Harmon führte Regie. Hier überlässt Bay wieder einem Neuling das Regiezepter, nämlich Dave Meyers, welcher hiermit seinen zweiten Spielfilm abdreht. Während man im Original ein eher kleines Budget zur Verfügung hatte, so hatte Meyers hier doch alle Mittel die er für ein gutes Remake brauchte. Einen guten Actionthriller hat er auch zustande gebracht, aber das Original erreicht man damit nicht. Zudem bin ich mir ziemlich sicher, dass die FSK 16 Kinoausstrahlung gekürzt ist.
Story:
Die Studenten Grace ( Sophia Bush ) und Jim ( Zachary Knighton ) wollen mit dem Auto in Urlaub fahren. Unterwegs gabeln sich im strömenden Regen den Anhalter John Ryder ( Sean Bean ) auf. Doch Dieser entpuppt sich bald als brutaler Psychopath und nur knapp entgehen Grace und Jim dem Tod. Aber den Hitcher sind sie damit noch lange nicht los, denn der Killer mordet sich über den ganze Highway und lässt es stets so aussehen, als wären es Grace und Jim gewesen. Bald ist auch noch die Polizei hinter den Beiden her.
Etwas Neues hat man sich hier gar nicht einfallen, die Story wird strikt aus dem Original übernommen und in etwas verkürzter Laufzeit wiedergegeben. Ein paar Abweichungen gibt es natürlich schon, aber wer das Original gesehen hat, der braucht im Remake auf keine Überraschungen hoffen. Aber man hat das Ganze mit der nötigen Rasanz übernommen, Längen kommen gar nicht zustande. Das Spannungsniveau ist auch sehr hoch angesiedelt, ein paar Schocks inklusive. Zumindest reicht es aus um ein paar mal kräftig zusammenzuzucken.
Die Kulisse ist wie in den anderen Bay Remakes, total auf Hochglanz poliert. Leider geht hier keinerlei Bedrohung von der staubigen und verlassenen Landschaft aus, obwohl man sich schon die richtigen Orte herausgesucht hat. Den Score lehnt man eher an die 80er Jahre an, da ein paar mal ganze Lieder während des Films gespielt werden. Eine perfekte Untermalung ist garantiert. Auch nervt hier keine Wackelkamera. Hier bekommt man mal wieder eine saubere Kameraführung geboten, richtig kernig dazu.
Für die kurze Laufzeit fällt der Actionanteil sehr hoch aus. Der Hitcher lässt nicht lange auf sich warten und beginnt mit seinem Katz und Mausspiel. Ständig verfolgt er die Beiden, hängt ihnen Morde an, tötet Polizisten und liefert sich heisse Verfolgungsjagden. Die Autocrashs sind richtig spektakulär und es geht deutlich mehr zu Bruch als im Original. Daneben gibt es einige Shootouts, teils mit blutigen Einschüssen. Auf richtige Keilereien muss man komplett verzichten, nur eine kleine Rangelei im Auto gibt es zu sehen. Die Zerreißszene ist auch vorhanden. Bei den unterhaltsamen Hetzjagden und der vielen Action fehlt mir nur das intensive Psychoduell. Das Original war mehr auf der psychischen Schiene und damit einfach bedrohlicher.
Sean Bean ist ein wirklich guter Rutger Hauer Ersatz und spielt die restlichen Darsteller alle an die Wand. Er wirkt bedrohlich bösartig und richtig kaltblütig. Dagegen können die Jungdarsteller Sophia Bush und Zachary Knighton nicht viel ausrichten. Ihr Schauspiel bleibt nur durchschnittlich. Mit dabei ist auch noch Neal McDonough als Polizeichef.
Fazit:
Spannendes Remake, welches jedoch das Original nicht ganz erreicht. Neue Ideen sind selten, doch die rasante, spannende und actionreiche Umsetzung ist gelungen. Von der Brutalität her gibt sich nicht sonderlich viel in der Gegenüberstellung, leider fehlt mir hier das Psychoduell Sean Bean ist auf jeden Fall ein würdiger Nachfolger.
Übrig bleibt ein harter, auf Hochglanz polierter Actionthriller mit richtig Drive. Kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen.